Thorsten Konigorski

Bei der Weinprobe

Jah­res­aus­flug

Ges­tern war Aus­flug des Remi­giuschors ins Ahr­tal. Mehr noch als die kul­tu­rel­len Erfah­run­gen - bei­spiels­weise das Werk des Bild­hau­ers Ernst Alt oder Akus­tik und Aus­ma­lung der Lau­ren­ti­us­kir­che - wird mir sinn­lich vor allem Herbst­li­ches erin­ner­lich blei­ben, das unsere Gesprä­che beglei­tete: die wär­mende Sonne in küh­ler Luft beim Gang durch den Wein­berg, die Far­ben­viel­falt wir­belnd ver­weh­ter Blät­ter, das Klima im dunk­len Wein­kel­ler, über­ra­schen­des Säu­re­spiel im Blanc-​de-​Noir, der Samt des Frühburgunders.

Pro­gramm­kon­fe­renz

Der letzte Ter­min in der Jah­res­reihe 2017 in St. Remi­gius wird das Orgel­kon­zert von Eti­enne Wal­hain am 19. Novem­ber sein.

Heute gab es aus­bli­ckend für den För­der­ver­ein für Kir­chen­mu­sik an St. Remi­gius e.V. die ent­schei­dende Pro­gramm­kon­fe­renz für 2018. Ich freue mich sehr, daß wir im nächs­ten Jahr neben vie­len ande­ren auch Serge Schoon­broodt - ich bin in mehr­fa­cher Hin­sicht Enkel­schü­ler sei­nes Vaters - mit sei­nem Pro­jekt „HipOr­gue“, das Hip­hop und Orgel kom­bi­nert, in Vier­sen tref­fen werden.

Lim­burg

Nach dem Kon­zert in der letz­ten Woche und der fröh­li­chen Geburts­tags­feier Par­rer Klug­manns mit Betei­li­gung mei­ner Chöre und einem sin­gen­den Pas­to­ral­team (!) am Wochen­ende hatte ich, nicht an Bei­fall den­kend, eine recht arbeit­same Woche.

Heute, am freien Tag, genieße ich als geschähe nichts ande­res den Herbst, der kühl aber bunt in unse­ren Gar­ten gekro­chen ist, bevor es mor­gen mit dem Frei­tag­schor zur Chor­fahrt nach Lim­burg geht. Reine Span­nung: Hof­fent­lich erwi­schen wir ein paar son­nige Tage!

Ich bin sehr berührt von einem abend­li­chen Tele­fo­nat mit Wolf­gang Erpen­beck (des­sen bloße Anwe­sen­heit in mei­nen Kon­zer­ten mir immer Respekt ein­flößte), weil ich in sei­nem Feed­back so tref­fend for­mu­liert finde, worum es mir im Eigent­li­chen geht. Es ist ermu­ti­gend, erkannt zu werden.

Denk­muff

Eben habe ich das lite­ra­ri­sche Web­log (ich gehöre der­je­ni­gen Inter­net­ge­ne­ra­tion an, für die Blogs säch­lich sind) von Meinolf Reul wie­der­ent­deckt, das er offen­sicht­lich aktu­ell wie­der belebt: „Denk­muff“, mit der Selbst­aus­kunft „Es ist eine Zeit­lang unum­gäng­lich, aber doch unzwei­fel­haft ein Feh­ler, schrei­ben zu wol­len wie X. […] Heute ver­su­che ich, von mei­nen Lek­tü­ren nicht mehr auf­zu­be­wah­ren als einen Maß­stab für Qua­li­tät. Vor allem bin ich zufrie­den damit, daß ich hier […] etwas machen kann, ohne es irgend­wem gegen­über dekla­rie­ren zu müs­sen. Frei­heit muss, sons gibt dat nix.“ (sic!)

Da finde ich mich doch in mei­nem kom­po­si­to­ri­schen Bemü­hen wieder.

Nicht nur aus mei­ner Gene­ra­tion, wohl jeder, der in Keve­laer auf­ge­wach­sen ist, hat irgend­wann mit einem Mit­glied der Fami­lie Reul zu tun; bei mir war es Meinolf, der irgend­wann in mei­ner Jahr­gangs­stufe lan­dete und mit dem ich Abitur gemacht habe. Er hat auch eine Zeit­lang das doch recht bekannte Buch­ge­schäft sei­ner Mut­ter fort­ge­führt (das Duft­ge­misch von Bücher­pa­pier und Bie­nen­wachs, in Gerü­chen nis­tende Gebor­gen­heit *), lebt jetzt aber in Berlin.

Nie­der­krüch­ten

Orgel in Niederkrüchten

Ich war heute Nach­mit­tag an der Scholz-​Orgel in St. Bar­tho­lo­mäus in Nie­der­krüch­ten. Am 12. Novem­ber werde ich dort ein Kon­zert spie­len. Ein fei­nes Kon­zept. Ich wün­sche mei­nem Kol­le­gen Vol­ker Mer­tens, daß die noch feh­len­den Regis­ter rasch ein­ge­baut wer­den, denn ihr Feh­len schmerzt: sie wür­den das Klang­bild noch orig­en­el­ler machen.

Mir gefällt der renais­sance­ar­tig fla­che Cor­pus der Orgel und die Art, wie sie in den Dop­pel­bo­gen ein­ge­passt ist. Die ele­gante Lösung läßt fast nicht mehr erken­nen, wie kom­pli­zert die Lösung mir vor dem Bau erschie­nen war.

RP-​Kritik

Die Rhei­ni­sche Post berich­tet heute in einer „Kurz­kri­tik“ über das Kon­zert vom Tag der Deut­schen Ein­heit mit dem Alten­bur­ger Trom­pe­te­n­en­sem­ble und mir an der Orgel.

Wenn inner­halb einer dear­ti­gen Rezen­sion eine Inter­pre­ta­tion mit „berüh­rend“ gewer­tet wird, freut mich das mehr, als ich öffent­lich zuge­ben würde.

Seitenkapelle

Kon­zert­vor­be­rei­tun­gen

Heute fin­det das vor­letzte Kon­zert der Jah­res­reihe 2017 in St. Remi­gius statt, mit Pau­ken und Trom­pe­ten und Orgel, genauer: mit dem Alten­bur­ger Trom­pe­te­n­en­sem­ble unter Lei­tung des wun­der­ba­ren Dirk Witt­feld. Weil wir dies­mal wegen ihrer Sym­pho­nik und Mehr­ma­nu­a­lig­keit die Haupt­or­gel brau­chen, wähl­ten wir ein unge­wohn­tes Set­ting: Thorsten BüschesDas Kon­zert fin­det in der Sei­ten­ka­pelle an der Pietà statt. Trotz der feh­len­den unmit­tel­ba­ren Nähe ist die nötige Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen den eben­er­dig musi­zie­ren­den Kol­le­gen und mir hin­rei­chend mög­lich - hier zahlt sich die rela­tiv geringe Höhe der Orgel­em­pore aus. Wir hat­ten inner­halb der Jah­res­kon­zerte ein ähn­li­ches Set­ting schon mal, und es hat sich als trag­fä­hig erwiesen.

Mein Dank gilt dem uner­müd­li­chen Thors­ten Büsch­kes, der auf die doch recht kurz­fris­tig beschlos­sene Ände­run­gen im Set­ting fle­xi­bel rea­gierte und auch im unge­wohn­ten Sei­ten­raum mit sei­nen Schein­wer­fen die nötige Atmo­sphäre schafft.

Theater-Aufführung der LFSM

Thea­ter

Das Schul­le­ben am Gym­na­sium, das meine Töch­ter besu­chen, nötigt mir Respekt ab.

Chris­tian Heitkamp

Trau­rig und bestürzt höre ich, daß mit Chris­tian Heit­kamp aus Vis­bek am Sonn­tag ein wei­te­rer lie­bens­wer­ter Weg­ge­fährte und Kol­lege 50-​jährig ver­stor­ben ist. Ich war nie so naiv, rela­tive gesund­heit­li­che Robust­heit und die Sta­bi­li­tät von Lebens­um­stän­den ganz all­ge­mein anders als brü­chig zu erach­ten; den­noch häu­fen sich die­ses Jahr in mei­nem Umfeld Todes­fälle derer, die ich für zu jung zum Ster­ben halte in bedrü­cken­dem Ausmaß.

End­spurt Dvorak

So lang­sam beginnt der End­spurt für das Kon­zert am 5. Novem­ber - sowohl musi­ka­lisch als auch in der Pla­nungs­lo­gis­tik. Der Chor ist in den Pro­ben in freu­di­ger Anspan­nung, und diese Zei­ten unmit­tel­bar vor sol­chen Her­aus­for­de­run­gen sind in mei­nem Erle­ben immer beson­ders fruchtbar.

Äqui­nok­tium

Jedes Jahr freue ich mich auf die Zeit um die Tag-​und-​Nacht-​Gleiche, in der der Spät­som­mer in den Früh­herbst über­geht, in der der wilde Wein an unse­rem Haus sich erst gelb und dann feu­er­rot ver­färbt. Die Sonne hat ihre Aggres­si­vi­tät ver­lo­ren, wärmt aber noch genü­gend. Genau rich­tig, um mit einer Chambord-​Kanne im Gar­ten zu sit­zen oder spa­zie­ren zu gehen.

Lei­der ist für mich momen­tan der­art viel zu tun (die kom­men­den Kon­zerte im Okto­ber und Novem­ber erfor­dern es), daß sich meine Aus­flüge in die Natur ganz ohne Muße auf Heim­fahr­ten mit dem Fahr­rad beschrän­ken müs­sen. Den­noch - mit dem Rad hat man, so erlebe ich es seit mei­ner Kind­heit, am Nie­der­rhein die schönste Land­schafts­er­fah­rung, und ich hoffe, daß es wie im letz­ten Jahr noch lange warm und tro­cken genug bleibt.

Erreich­bar­keit

Lei­der tre­ten in jüngs­ter Zeit immer wie­der Stö­run­gen bei mei­nem ansons­ten sehr geschätz­ten Web­hos­ter auf, so daß diese und andere mei­ner Sei­ten häu­fig nicht erreich­bar sind. Das ist ärger­lich, mei­ner­seits aber nicht zu ändern. Ich hoffe, daß sich das rasch sub­stan­zi­ell ändert.

Auf nach Rom

Heute noch Probe und eine Son­der­messe mit einem klei­nen fei­nen Pro­jekt­en­sem­ble (ich spiele recht gerne auch mal E-​Piano), bevor es nach Rom geht. Ich bin froh, daß wir mit dem Chor in Rom so gut wer­den sin­gen kön­nen, auch im klei­nen Rah­men wird die Messe in den Kata­kom­ben gut werden.

Unmit­tel­bar nach der Rück­kehr war­tet gleich die nächste Auf­gabe in St. Not­burga, und ich danke Juliane Coo­len und Mar­tina Nis­ters schon jetzt sehr für die so spon­tan erklärte Bereit­schaft, am Sonn­tag die Soli zu singen.

Rhein­orange

Ein Frem­den­füh­rer wies mich ges­tern auf das Duis­bur­ger Kunst­werk Rhein­orange von Lutz Fritsch hin, ein recht­ecki­ger, 25 Meter hoher und 7 Meter brei­ter mono­chro­mer Qua­der am Rhein, den ich klar mit einer glü­hen­dem Stahl­bramme asso­zi­ie­ren kann. Dem reich­lich spöt­ti­schen Unter­ton mei­nes Gegen­übers zum Trotz finde ich das Kunst­werk außer­or­dent­lich fas­zi­nie­rend, ins­be­son­dere bei Nacht.

Dich­ter­stim­men

Erhel­lend, Dich­ter ihre Werke lesen zu hören: Die Stim­men sind nicht unbe­dingt wohl­klin­gend, aber Paul Celan gibt ein Bei­spiel, wie man gespro­chen mit dem Enjam­be­ment umge­hen kann und Marie Luise Kaschnitz beant­wor­tet die Frage, wie beredt das Ende des nicht Gesag­ten im Raum ste­hen soll.

Ein­schu­lung

Wir haben heute Ein­schu­lungs­got­tes­dienste für alle sechs Grund­schu­len des Bereichs. Mir scheint, die Bedeu­tung der Ein­schu­lung als Status­passage wird in den Fami­lien immer höher ein­ge­schätzt, die Fei­ern dazu immer aufwändiger.

Rock

Der Trago­phil konnte mich heute über­zeu­gen, nach­dem ich ihm eine Weile am Flü­gel des Remi­gius­hau­ses zuge­hört hatte: Das Pro­jekt Rock das Got­tes­lob könnte Gestalt annehmen.

Feri­en­ende

Lang­sam beginnt nach den Ferien der Nor­mal­be­trieb. Die Chöre pro­ben wie­der, das Pro­gramm für die nächs­ten Wochen ist bereits tur­bu­lent (Gemein­de­fest St. Marien, Gre­go­ria­nik und Patro­zi­nium in St. Not­burga). Außer­dem steht die Rom­fahrt an.

Ich habe mit der Rek­to­rin der Kör­ner­schule für die­ses Schul­jahr ein fächer­über­grei­fen­des Musi­cal­pro­jekt ange­dacht, es würde mich sehr freuen, wenn das wie geplant ver­wirk­licht wird.

Beate Opitz verstorben

Am Diens­tag ver­starb meine liebe Rheydter Kol­le­gin und Regio­nal­kan­to­rin für den Bereich Mön­chen­glad­bach Beate Opitz, mit der mich ein sehr kol­le­gia­les Ver­hält­nis ver­band: Noch im letz­ten Jahr hatte ich mit mei­nem Chor dort einen Got­tes­dienst gestal­tet und ein Orgel­kon­zert gege­ben. Und sie hatte im Juni ihrer­seits einen Gegen­be­such gemacht, es gab eine sehr berei­chernde Begeg­nung der Chöre nach dem Got­tes­dienst in der Vier­sener Josephskirche.

Ich erin­nere mich an einen groß­ar­ti­gen Abend mit ihr, ihrem Mann, mei­ner (inzwi­schen eben­falls ver­stor­be­nen) Schü­le­rin Chris­tiane Leuch­ten­berg und Man­fred Rieth­dorf in einer exzel­len­ten Piz­ze­ria in Mön­chen­glad­bach, wo wir uns sehr frei und offen kol­le­gial austauschten.

Ich bin trau­rig. Möge sie in Frie­den ruhen.

Publii

Mein bevor­zug­tes Content-​Management-​System ist die php-​getriebenen Soft­ware Pro­cess­wire, mit der ich bereits meh­rere Sei­ten auf­ge­setzt habe. Sie erfüllt meine Bedürf­nisse an Con­tent Manage­ment, indem sie äußerst fle­xi­bel und den­noch in der Bedie­nung intui­tiv genug ist.

Die sich in der Netz­welt immer lau­ter for­mu­lie­rende For­de­rung nach Gene­ra­to­ren sta­ti­scher Sei­ten kann ich inhalt­lich gut nach­voll­zie­hen - Sicher­heit und Schnel­lig­keit zum Bei­spiel sind stich­hal­tige Argu­mente. Den­noch konnte ich mich trotz eini­ger Test­läufe nie für ein Sys­tem erwärmen.

Ges­tern nun stieß ich auf Publii, einer Desktop-​Software zum Erstel­len von html-​Seiten, die auf Knopf­druck mit dem Webs­pace (Ama­zon S3, Git­hub oder FTP) syn­chro­ni­siert wer­den. Publii ließ sich pro­blem­los instal­lie­ren (bei mir auf dem Mac) und läßt sich sehr ein­fach und inter­es­sant an, wenn­gleich der Ansatz etwas „blog­cen­tric“ ist (und dann ledig­lich Dis­qus-Unter­stüt­zung bie­tet). Ich bin gespannt, ob es sich zu einer Alter­na­tive ent­wi­ckeln kann.