Thorsten Konigorski

Rock

Der Trago­phil konnte mich heute über­zeu­gen, nach­dem ich ihm eine Weile am Flü­gel des Remi­gius­hau­ses zuge­hört hatte: Das Pro­jekt Rock das Got­tes­lob könnte Gestalt annehmen.

Feri­en­ende

Lang­sam beginnt nach den Ferien der Nor­mal­be­trieb. Die Chöre pro­ben wie­der, das Pro­gramm für die nächs­ten Wochen ist bereits tur­bu­lent (Gemein­de­fest St. Marien, Gre­go­ria­nik und Patro­zi­nium in St. Not­burga). Außer­dem steht die Rom­fahrt an.

Ich habe mit der Rek­to­rin der Kör­ner­schule für die­ses Schul­jahr ein fächer­über­grei­fen­des Musi­cal­pro­jekt ange­dacht, es würde mich sehr freuen, wenn das wie geplant ver­wirk­licht wird.

Beate Opitz verstorben

Am Diens­tag ver­starb meine liebe Rheydter Kol­le­gin und Regio­nal­kan­to­rin für den Bereich Mön­chen­glad­bach Beate Opitz, mit der mich ein sehr kol­le­gia­les Ver­hält­nis ver­band: Noch im letz­ten Jahr hatte ich mit mei­nem Chor dort einen Got­tes­dienst gestal­tet und ein Orgel­kon­zert gege­ben. Und sie hatte im Juni ihrer­seits einen Gegen­be­such gemacht, es gab eine sehr berei­chernde Begeg­nung der Chöre nach dem Got­tes­dienst in der Vier­sener Josephskirche.

Ich erin­nere mich an einen groß­ar­ti­gen Abend mit ihr, ihrem Mann, mei­ner (inzwi­schen eben­falls ver­stor­be­nen) Schü­le­rin Chris­tiane Leuch­ten­berg und Man­fred Rieth­dorf in einer exzel­len­ten Piz­ze­ria in Mön­chen­glad­bach, wo wir uns sehr frei und offen kol­le­gial austauschten.

Ich bin trau­rig. Möge sie in Frie­den ruhen.

Publii

Mein bevor­zug­tes Content-​Management-​System ist die php-​getriebenen Soft­ware Pro­cess­wire, mit der ich bereits meh­rere Sei­ten auf­ge­setzt habe. Sie erfüllt meine Bedürf­nisse an Con­tent Manage­ment, indem sie äußerst fle­xi­bel und den­noch in der Bedie­nung intui­tiv genug ist.

Die sich in der Netz­welt immer lau­ter for­mu­lie­rende For­de­rung nach Gene­ra­to­ren sta­ti­scher Sei­ten kann ich inhalt­lich gut nach­voll­zie­hen - Sicher­heit und Schnel­lig­keit zum Bei­spiel sind stich­hal­tige Argu­mente. Den­noch konnte ich mich trotz eini­ger Test­läufe nie für ein Sys­tem erwärmen.

Ges­tern nun stieß ich auf Publii, einer Desktop-​Software zum Erstel­len von html-​Seiten, die auf Knopf­druck mit dem Webs­pace (Ama­zon S3, Git­hub oder FTP) syn­chro­ni­siert wer­den. Publii ließ sich pro­blem­los instal­lie­ren (bei mir auf dem Mac) und läßt sich sehr ein­fach und inter­es­sant an, wenn­gleich der Ansatz etwas „blog­cen­tric“ ist (und dann ledig­lich Dis­qus-Unter­stüt­zung bie­tet). Ich bin gespannt, ob es sich zu einer Alter­na­tive ent­wi­ckeln kann.

Aufführung über 639 Jahre

Homo Men­sura

Homo Men­sura: Es ist schon eine Weile her, daß ich mir das Pro­jekt ORGAN²/​ASLSP in Hal­ber­stadt ange­se­hen und -gehört habe. Das Stirn­run­zeln derer, die mich beglei­te­ten, war (mir) gewiss. Ein Kurio­sum, so befand man, ein abge­dreh­tes, unsin­ni­ges Unter­fan­gen (es gab noch andere Attri­bute, die ich hier nicht zitie­ren werde).

So fremd aber Cages Vor­stel­lung einer sinn­lo­sen Kunst ist („Think of my art as non­sense”, schreibt Cage; das, was er ver­stehe, lang­weile ihn), und so eigen­ar­tig die Idee einer zufalls­ba­sier­ten Kunst ohne Ziel und Bot­schaft anmu­tet, so über­a­schend sub­stanz­reich wird sie, wenn man sie ein­fach nur hört.

Dazu frei­lich sprengt Hal­ber­stadt die Dimen­sion: Kein Mensch wird die­ses Werk in Hal­ber­stadt in Gänze hören kön­nen. Und die­sen Gedan­ken finde ich, fern von reli­giö­sen Deu­tun­gen, fas­zi­nie­rend: etwas begin­nen und bauen, in dem Bewußt­sein, daß es meine Dimen­sion und Hori­zont sicher über­stei­gen wird. Nie­mand, der zur Zeit der Gotik eine Kathe­drale zu bauen begann, hat das End­er­geb­nis gese­hen; die Bau­phase war län­ger, als ein Men­schen­le­ben dau­ert. Man ent­warf einen Bau mit der Per­spek­tive, daß kein Zeit­ge­nosse die ent­wor­fene Räum­lich­keit erle­ben würde. Hätte man damals anders gedacht, gäbe es heute keine goti­sche Kathedralen.

Das Glei­che in ande­rer Hin­sicht: In Vezelay war ich beim Anblick der berühm­ten Kapi­telle zunächst ent­täuscht. Sie lie­gen ein­fach zu hoch, vom Kir­chen­schiff aus jeden­falls erschließt sich das Pro­gramm dahin­ter nicht. Und einen ande­ren Stand­ort wird man kaum eineh­men kön­nen, erst recht nicht der Betrach­ter im Mit­tel­al­ter. Die Frage der Rezi­pier­bar­keit spielte für die Erbauer im 12. Jahr­hun­dert ganz offen­sicht­lich keine Rolle. Den­noch schu­fen sie zeit­lose Kunst.

Grabeskirche, Beleuchtung von oben betrachtetEin Gegen­bild dazu: In Vier­sen begeg­net mir in der Gra­bes­kir­che (2012) eine im Ver­hält­nis zu den Kapi­tel­len genau umge­kehrte Lösung. Vom Boden aus gese­hen ist die Beleuch­tung per­fekt, die Drauf­sicht aller­dings ist bar jeden ästhe­ti­schen Werts - ich habe das Photo von der Orgel­bühne aus gemacht. Nur die vom erwar­te­ten und all­täg­lich mög­li­chen Stand­ort ein­ge­nomme Sicht ist für den Gestal­ter relevant.

Ich bezweifle, daß Cage es inten­diert hat - der Wert des Sym­bols in Hal­ber­stadt aber bleibt, und er ist in mei­nen Augen gerade in einer auf Effi­zi­enz bedach­ten, unter Opti­mie­rungs– und Ratio­na­li­sie­rungs­druck ste­hen­den Gesell­schaft groß.

Codex Gisle

Ich hatte heute die Mög­lich­keit, aus­führ­lich ein Fak­si­mile des Codex Gisle, eine pracht­volle dias­te­ma­ti­sche goti­sche Hand­schrift mit den Meß­ge­sän­gen, zu stu­die­ren. Namens­ge­be­rin war die Äbtis­sin Gisela von Kers­sen­brock um 1300, unter deren Auf­trag das Werk erstellt wurde. Das Theo­mag ver­öf­fent­lichte eine län­gere Bespre­chung des Fak­si­mile. Welch eine Kul­tur! Unglaub­lich schön.

Im Inter­net fin­den sich diverse Bil­der, bei­spiels­weise auch eines des Introi­tus von Pfings­ten. Die dias­te­ma­tisch geset­zen Neu­men, die sich schon von ihrer ursprüng­li­chen Funk­tion als rhythmisch-​agogische Hin­wei­ser gelöst haben, sind wohl für jeden pro­blem­los als Vor­läu­fer unse­rer heu­ti­gen Noten­schrift zu identifizieren.

Senf­fa­brik

Will­kom­men in der Senf­fa­brik. Wich­ti­ger als den Satz „Paul Ger­hard statt NGL“, der die fal­sche Quint­es­senz dar­stel­len würde, finde ich die For­de­rung nach der Musik ange­mes­se­nen Auf­füh­rungs­for­men: Was einer Band bedarf, soll auch damit ver­wirk­licht wer­den. Und: wir brau­chen eine Qualitäts-​, keine Stil­de­batte. Ange­sichts so vie­ler schlech­ter NGL läuft die Dis­kus­sion manch­mal in die fal­sche Richtung.

Tehresa

Team Exit

Ich wurde heute beim Vier­sener Live-​Escape-​Game Team Exit in Vier­sen nicht ganz über­ra­schend beschul­digt, mit mei­nem Paten­kind The­resa, deren Mut­ter (einer Kol­le­gin) und mei­ner älte­ren Toch­ter an einem Bank­über­fall betei­ligt gewe­sen zu sein, und wir sind völ­lig unschul­dig im Knast gelan­det. Glück­li­cher­weise haben wir es - sie­ben Minu­ten vor der end­gül­ti­gen Urteils­ver­kün­dung - geschafft, die wahre Geschichte auf­zu­de­cken und unsere Unschuld zu beweisen.

Nach voll­brach­ter Flucht und anschlie­ßen­der Stär­kung spielte The­resa mir noch den Beginn der berühm­ten Toc­cata aus der Orgelsymphonie V von Charles Marie Widor vor, … aller­dings … auf ihrer Uku­lele.

Welch ein Tag!

Vor den Sommerfereien

Lang­sam glei­tet die Arbeit Rich­tung Som­mer­pause. Eis­es­sen mit dem Kin­der­chor, eine letzte Runde Klavier-​und Orgel­schü­ler vor den Ferien. Bei der Probe ges­tern abend eng­li­scher Jazz­ka­non statt latei­ni­scher Mozart und Abschluß im „Vier­sener Ber­mu­da­drei­eck“ (an Begriff und Erschei­nungs­bild des Schat­to­drom muß ich mich noch gewöh­nen). Ver­­tre­­tungs­­pläne für die Feri­en­zeit schrei­ben. Bespre­chung für die Chor­fahrt nach Rom im Sep­tem­ber. Vor­be­rei­tun­gen für den Work­shop im Novem­ber. Eine bestellte Noten­lie­fe­rung anmah­nen. Ein besorg­ter Blick auf die neun Orgeln der Pfarre, die unter der Hitze etwas äch­zen. Am Frei­tag dann noch ein recht arbeits­rei­cher Tag mit vie­len Beer­di­gun­gen und Schul­jah­res­ab­schluß­got­tes­diens­ten der Grund­schu­len. Abends dann Chor-​Grillen, wie es Tra­di­tion ist.

Indie­Web

Inspi­riert durch Jee­nas Seite habe ich mich die letz­ten Tage mal in Tech­no­lo­gien des Indie­Web ein­ge­le­sen. Eine beste­chende Idee: Your con­tent is yours. Publish (on your) own site, syn­di­cate else­where. Die Imple­men­tie­rung erscheint mir mach­bar, und es gibt aus­führ­li­che Hil­fen. Ich wünschte, es wäre ein mas­sen­taug­li­cher Ansatz, damit nicht wei­ter­hin User bei den gro­ßen Social-​Media-​Portalen Con­tent zur Ver­fü­gung stel­len und damit häu­fig unge­wollt und -bewußt zur Ware der­je­ni­gen wer­den, die sie als ihre Dienst­leis­ter wähnen.

Cage­zi­tat

„Was wir brau­chen ist Stille; aber was die Stille will, ist, daß ich wei­ter­rede.“ *

Heute auf der A45, irgendwo zwi­schen Nordrhein-​Westfalen und Hes­sen höre ich bei hoher Geschwin­dig­keit im Radio eine - nur an Hal­ber­statt gemes­sen rasche - Ver­sion von John Cages „ORGAN²/​ASLSP“ (gespielt von Domi­nik Susteck), eine Musik, die mich trotz oder wegen ihrer kogni­ti­ven Her­me­tik schon häu­fi­ger fas­zi­niert hat. Das minu­ten­lange Wum­mern einer tie­fen Sekunde in den 16-​füßigen Stim­men der Orgel mischt sich mit den Fahr­vi­bra­tio­nen mei­nes Peu­geots, und ich bin nicht mehr in der Lage, prä­zise zwi­schen Cage und Auto zu trennen.

Wenig spä­ter ent­steht, der Grenze des Sen­de­ge­biets zu irgend­ei­nem hes­si­schen Regio­nal­sen­der geschul­det, eine nur durch jeweils kur­zes Rau­schen unter­bro­chene Kol­lage, mäan­drie­rend zwi­schen Cage und Klang­fet­zen von Clau­dia Kor­ecks eng­lisch­spra­chi­ger Ver­sion von Hal­la­brook­lyn. Eine Kom­bi­na­tion, die mich unter nor­ma­len Umstän­den in den Wahn­sinn trei­ben würde.

Unge­ach­tet der Hitze ist es im Auto kühl; die Sonne nutzt ihre Chance, dem Tag trotz der Wol­ken­berge ein som­mer­li­ches Gepräge zu geben. Ich tau­che flowar­tig in die Musik ein, ein phan­tas­ti­scher Moment.

(John Cage)

Semin­ar­mo­dul

Heute den gan­zen Tag Semin­ar­mo­dul in Aachen mit lie­ben Kol­le­gen und dem Coach Thors­ten Helms. Ich begrüße sehr, daß das Bis­tum der­ar­tige Fort­bil­dun­gen für seine Mit­ar­bei­ter anbie­tet - lange genug war da in die­ser Hin­sicht tabula rasa.Thorsten Helms Und anders als zu Beginn der aktu­el­len Modul­kette merkt man, daß sich die Refe­ren­ten nun in die Arbeits­wirk­lich­keit von Kir­chen­mu­si­kern ein­den­ken. Wie jedes Mal aber gehörte der Aus­tausch mit den Kol­le­gen zu den wert­volls­ten Erfah­run­gen des Tages, und wie jedes Mal kam der Wunsch von Sei­ten der Kir­chen­mu­si­ker, ein der­ar­ti­ges Semi­nar fach­grup­pen­über­grei­fend zu gestal­ten. Ich bin über­zeugt, daß das frucht­bar für alle Sei­ten wäre - wenn es denn zustande käme.

Auf­füh­rungs­wunsch

Habe nach der Trau­er­feier für Hel­mut Kohl das Bedürf­nis ver­spürt, das Requiem Op. 9 von Mau­rice Duruflé, des­sen Introit mir bei der Bericht­er­stat­tung aus dem Spey­rer Dom ins Ohr strömte, auch mal in der Orches­ter­fas­sung in St. Remi­gius zu verwirklichen.

Fron­leich­nam 2017

Ich habe Spaß an die­sem Foto, das Susanne Oster am Fron­leich­nams­tag gemacht hat. Es ist offen­sicht­lich wäh­rend eines Ordi­na­ri­um­teils auf­ge­nom­men wor­den; die Chor­mit­glie­der sin­gen, und wenn man genau hin­sieht, kann man in der Spie­ge­lung der Tuba ana­morph andere Instru­men­ta­lis­ten, Kom­mu­ni­on­kin­der, Chor­mit­glie­der, Diri­gent und Gemeinde sehen.

Werk­statt­got­tes­dienst

Heute war ich bei einem beson­de­ren Got­tes­dienst in einer Gei­gen­bau­werk­statt in Vier­sen. Das gegen­über den nor­ma­len Got­tes­diens­ten so andere Flair des Ortes fand ich sehr inspi­rie­rend, über­haupt war die ganze Atmo­sphäre sehr locker und ent­spannt. Und ein gro­ßes Lob an den Kin­der­chor: das habt ihr gut gemacht.

Ter­min­kor­rek­tur

Erschre­ckend und schön zugleich zu sehen, wie eng die Zeit­kor­ri­dore mitt­ler­weile sind, wie voll und akti­vi­tä­ten­reich das Jahr ist: Ich hatte heute ein kur­zes Tref­fen mit Trom­pe­ter Dirk Witt­feld aus Moers, mit dem mich eine jah­re­lange gute Zusam­men­ar­beit ver­bin­det. Wir haben uns ent­schlos­sen, auf­grund diver­ser Ter­min­kol­li­sio­nen ein ursprüng­lich für den 8. Okto­ber geplan­tes Kon­zert auf den Tag der Deut­schen Ein­heit, 3. Okto­ber 2017 vor­zu­ver­le­gen.

Arbeits­hil­fen

In der Chor­probe kam die Frage nach Arbeits­hil­fen im Netz zu den Ves­pe­rae solen­nes de con­fes­sore auf.

Gene­rell emp­feh­len kann ich die App von Carus. ScreenshotEin­mal instal­liert kann man hier aus der App her­aus alle rele­van­ten Chor­werke als „In-​App-​Kauf” her­un­ter­la­den und mit Noten anhö­ren. Dabei kann man ein­stel­len, die eigene Stimm­lage mit dem Kla­vier mit­spie­len zu las­sen („Coach”). Es ist auch mög­lich, das Tempo zu redu­zie­ren, um den Noten­text detail­liert zu studieren.

Wer die Kos­ten dafür scheut (die Ves­pe­rae in der Carus-​App kos­ten € 6,99) kann sich viel­leicht mit die­ser Seite hel­fen: Wahl­weise mit Metro­nom und Orgel oder Orgel und den ande­ren Stim­men beglei­tet wird die aus­ge­wählte Stimm­lage her­vor­ge­ho­ben. Über die etwas creepy wir­ken­den künst­li­chen Stim­men muss man hin­weg­hö­ren. Ein ästhe­ti­scher Genuss ist es nicht, aber hilf­reich; ein Bei­spiel: Tenor­stimme aus Lau­date Pueri. Das Laden der Dateien braucht eine Zeit, die Seite funk­tio­niert tech­nisch aber einwandfrei.

Nihil sub sole novum

Ges­tern gab es ein regio­na­les Tref­fen der Kir­chen­mu­si­ke­rin­nen und Kir­chen­mu­si­ker mit dem ent­spre­chen­den Refe­ren­ten des Bis­tums Aachen, Michael Hoppe. Man ist sich einig, daß diese Nomen­kla­tur (aller­dings nicht der Inhalt) völ­lig dane­ben ist. Und für unsere Region gilt, obwohl es durch­aus seit 2016 struk­tur­ver­bes­sernde Maß­nah­men des Bis­tums im Bereich der Kir­chen­mu­sik gibt: Nihil sub sole novum.

Mati­née

Matinee in der Grabeskirche

Mati­née in der Grabeskirche

Ein Bild vom letz­ten Sams­tag, mit The­resa Icking, Vio­line und Sabine, Ley, Block­flöte. Foto ©Alex­an­dra Wiek

Zitat - Messiaen

„Als ein Wesen von Fleisch und Glut (sic!) wehre ich mich im Namen von Emo­tion und Emp­fin­dung gegen all das, was nichts ande­res als inter­es­sant und intel­li­gent ist. Ich habe einen Hor­ror vor intel­li­gen­ten Leu­ten, die inter­es­sante Sachen machen. Wenn ich ins Kon­zert gehe, dann will ich, daß mir die Trä­nen kom­men; wenn ich nicht weine, bedeu­tet das: Es war nicht gut.”

Ein Zitat von Oli­vier Mes­siaen, bezo­gen auf streng seri­elle und kon­struk­ti­vis­ti­sche Musik (Quelle).

Fin­ger weg.

Meine wirk­lich sehr pfif­fige 10-​jährige Kavier­schü­le­rin über­raschte mich heute mit einem Hin­weis auf ein Video-​Tutorial zu He’s a pirate aus dem Film „Fluch der Kari­bik”. Ich war beim Anschauen zunächst amü­siert, dann aber ent­setzt über so viel Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit. Daß da mit den Hoff­nun­gen Leicht­gläu­bi­ger gespielt wird, ist dabei noch das geringste Pro­blem. Wie jämmerlich.

Les bel­les Orgues de Viersen

Ein fal­scher ita­lie­ni­scher Plu­ral im Pro­gramm­heft, „Sonata per organi” für das Orgel­so­lo­stück eines mut­maß­lich fran­ko­pho­nen ita­lie­ni­schen Kom­po­nis­ten, ließ mich gedank­lich noch­mal auf die merk­wür­dige gram­ma­ti­ka­li­sche Pra­xis im fran­zö­si­schen Wort l’orgue sto­ßen: Sowohl die Sin­gu­lar– als auch die Plu­ral­form bezeich­nen, bau­art­lich durch­aus erklär­bar, eine (ein­zige) Orgel.

Dazu: mas­ku­lin im Sin­gu­lar, aber femi­nin im Plu­ral. Und, als sei das nicht ver­wir­rend genug: mas­ku­lin im Plu­ral, falls wirk­lich meh­rere Orgeln gemeint sein soll­ten. Paradox.

Carlo Hom­mel wies mich sei­ner­zeit dar­auf hin, daß l’orgue die­se gram­ma­ti­ka­li­sche Ano­ma­lie mit dem Wort l’amour teile, und die­ses durch­aus poe­ti­schen Detail läßt mir die beschrie­bene sprach­li­che Stol­per­falle eher char­mant als ver­wir­rend erscheinen.