Thorsten Konigorski

19. April

Am Sonn­tag war der Musik­wis­sen­schaft­ler und Jour­na­list Guido Kra­win­kel zur Oster­messe in die Remi­gius­kir­che gekom­men. Ein net­ter Kon­takt, wir nutz­ten die Gele­gen­heit zu einem kur­zen und freund­li­chen Gedankenaustausch.

Dekon­struk­tion mit Rosinenbrot

Lese die neu­es­ten Nach­rich­ten im Kaf­fee­satz von gestern,

in meh­re­ren Spra­chen, Ein­schrei­bung oder Aufzeichnung:

Ich scharre mit den Füßen und unter­wan­dere den Frühstückstisch.

Der Mor­gen dekon­stru­iert mich mit Rosinenbrot.“

(aus: Mar­cel Feld­berg, Tage­buch)

Probe Sta­bat Mater

Der Nach­mit­tag heute war geprägt von einer kon­zen­trier­ten und inten­si­ven Probe für das Kon­zert mor­gen in St. Remi­gius. Bei den Strei­chern hat es eine Umbe­set­zung gege­ben: die Cel­lo­par­tie spielt nun The­resa Ondruj (aller­dings … auf einem ana­lo­gen Cello).

Ich freue mich sehr auf das Kon­zert, ins­be­son­dere auf die bei­den Solis­tin­nen. Die Probe war sehr vielversprechend.

Oster­vor­be­rei­tun­gen

Am Oster­sonn­tag steht in der Remi­gius­kir­che die Messe solen­nelle in cis-​Moll von Louis Vierne (1870 - 1937) für Chor und zwei Orgeln (und in die­sem Fall: Strei­ch­en­sem­ble) auf dem Pro­gramm. Das Noten­ma­te­rial zur Messe hat freund­li­cher­weise Hugo Rede­cker im letz­ten Jahr gestif­tet; sie passt her­vor­ra­gend zur fran­zö­si­schen Haupt­or­gel der Remigiuskirche.

Ges­tern abend hatte ich mit ihm und Mar­tin Hönig schon eine Probe zur dritt, um die Koor­di­na­tion zwi­schen Chor-​und Haupt­or­gel vor Ort aus­zu­lo­ten. Selbst in der rela­tiv klei­nen Remi­gius­kir­che ist das akus­tisch nicht unpro­ble­ma­tisch. Frei­lich bin ich davon über­zeugt, daß Vierne eine gewisse Unschärfe mit ein­kom­po­niert hat: wie sonst hat das in den Pari­ser Kathe­dra­len funk­tio­nie­ren kön­nen (das Kir­chen­schiff von Notre-​Dame ist im Inne­ren 130 Meter lang; St.-Sulpice, wo die Messe 1901 urauf­ge­führt wurde, 118 Meter)?

Heute haben wir beide Orgeln der Remi­gius­kir­che gestimmt (Dank an Tobias Mes­terom und Lea Kynast), und mor­gen wird es dann die Gene­ral­probe mit allen Betei­lig­ten geben.

Live music hall, Köln

Dat Adam

Ges­tern war ich mit mei­ner Toch­ter in der Köl­ner Live Music Hall auf einem Kon­zert mit Dat Adam.

Da ich mit die­ser Musik eher wenig anfan­gen kann, gab es mir Gele­gen­heit, Milieu­stu­dien zu betrei­ben: die eigent­lich zu jun­gen Hauptsache-​wie-​zwanzig-​aussehen-​Teenager, die auf den letz­ten Drü­cker Erwach­sene suchen, die sie an der Kasse als Begleit­per­so­nen ange­ben kön­nen, die Müt­ter, die am Rand ste­hend Ruck­sä­cke wild­frem­der Per­so­nen in Obhut neh­men mit der Zusage, sich wäh­rend des Kon­zerts nicht vom Fleck zu rüh­ren, die vie­len bis zur Uni­for­mi­tät indi­vi­dua­li­sier­ten Teen­ager, sich als depla­ziert wahr­neh­mende Väter wie mich, die nur da waren, um ihren nicht voll­jäh­ri­gen Kin­dern die Teil­nahme zu ermög­li­chen (man traf sich schon vor Ende des Kon­zerts außer­halb der Halle am Bier­stand, sehr nette Gesprä­che übri­gens, oder sagen wir sze­ne­ty­pisch: nice), und die am Ende des Kon­zert zum Merch stre­ben­den Besu­cher im Stu­den­ten­al­ter, die rasch bei den war­ten­den Eltern vor­bei­ka­men mit dem Ruf „Mama, ich brauch Geld“.

Adorno Glück

Ich wälze Theo­dor W. Ador­nos Satz: „Kunst ist das Ver­spre­chen des Glücks, das gebro­chen wird“, der natür­lich in der Nega­tion zu ver­ste­hen ist: Wenn sich Kunst­werke dem fal­schen Schein unmit­tel­ba­rer sinnlich-​mimetischer Glück­ser­fah­rung zuguns­ten konstruktiv-​geistiger Beschaf­fen­heit ver­wei­gern, kön­nen sie gerade in der „Absage an das Kin­der­glü­cke“ zur „Alle­go­rie schein­los gegen­wär­ti­gen Glücks“ werden.

Adorno, GS 7, S. 205 ff

Christa Dree­sen Rohm

Heute beer­di­gen wir Christa Dreesen-​Rohm, die am letz­ten Mitt­woch im Alter von 63 Jah­ren ver­stor­ben ist.

Nach­dem sie mich - es muss 2011 gewe­sen sein - um Orgel­un­ter­richt gebe­ten hatte, kam sie gewisse Zeit spä­ter auch in den Remi­giuschor und ließ sich auch auf diverse Pro­jekte ande­rer Chöre von mir ein. Ich erin­nere mich gut an die Hoch­zeit ihrer Toch­ter in der für diese Zwe­cke prä­des­ti­niert erschei­nen­den Kapelle „Klein Jeru­sa­lem“, die wir in Cross-​Over-​Manier mit Band und Pro­jekt­chor stemm­ten. Sie hatte ein kir­chen­mu­si­ka­li­sches C-​Examen und teilte mit mir die Fas­zi­na­tion für die Kon­tra­punk­tik Frober­gers, der wir im Unter­richt gemein­sam nachspürten.

Möge sie ruhen in Frieden!

Bin­nen eines Monats habe ich nun krebs­be­dingt und viel zu früh zwei mei­ner Orgel­schü­le­rin­nen ver­lo­ren. Bis­her ein schreck­li­ches Jahr.

Kul­tur und Schule

Wie auch in den ver­gan­ge­nen Jah­ren erreichte mich die Anfrage, als Juror für das NRW-​Programm Kul­tur und Schule tätig zu wer­den. Dem komme ich gerne nach. Beim Durch­ar­bei­ten der doch sehr umfang­rei­chen Akten fiel mir in den letz­ten Jah­ren regel­mä­ßig auf, wie krea­tiv die betei­lig­ten Künst­ler im Ent­wi­ckeln von Pro­jek­ten sind: Metho­dik, Ansatz und The­ma­tik. Aber eben auch, bedrü­ckend: wie schmal der the­ma­ti­sche und metho­di­sche Ansatz in der Sparte Musik ist. Oft­mals beschränk­ten sich die ein­ge­reich­ten Pro­jekte quer durch alle Schul­ar­ten auf den Bereich Per­kus­sion, und häu­fig erfüll­ten die Anträge auch nicht die Bewil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen (z.B. Pro­jekte als Bestand­teil des Regel­un­ter­richts oder im Kerncurriculum).

Aus mei­ner Sicht fiel es daher in den letz­ten Jah­ren man­gels geeig­ne­ten Ange­bots schwer, der im Erlaß gefor­der­ten brei­ten Ein­bin­dung der Spar­ten zu ent­spre­chen, bzw. sind die dort erwähn­ten „bis­lang schwach ver­tre­tene Spar­ten, wie z. B. Lite­ra­tur, Film oder neue Medien“ häu­fi­ger und bes­ser ver­tre­ten als musi­ka­li­sche Pro­jekte. Die Gründe dafür sind viel­fäl­tig und haben, so ver­mute ich min­des­tens für den Grund­schul­be­reich, mit der Krise der Fach­lich­keit des Musik­un­ter­richts in Zei­ten von - zu Recht gefor­der­ten - fach­über­grei­fen­den Arbeits­wei­sen zu tun.

Ich bin sehr gespannt, ob sich das in die­sem Jahr anders dar­stel­len wird.

Kla­viere

Der Zustand der Kla­viere in den Grund­schu­len, in denen ich tätig bin, ist jäm­mer­lich und erbar­mens­wür­dig. Ich frage mich, ob das wirk­lich sein muss.

Aka­de­mie

Heute den gan­zen Tag Personalentwicklungs-​Qualifizierzungs-​Modul Kon­flikt - Kom­mu­ni­ka­tion in der bischöf­li­chen Aka­de­mie, Aachen mit der exzel­len­ten Anne Löning.

Ange­neh­mer Sei­ten­ef­fekt: gute Gesprä­che mit lie­ben Kollegen.

Ich hatte wie­der mal den Gedan­ken, dass man gerade berufs­grup­pen­spe­zi­fi­sche Pro­bleme berufs­grup­pen­über­grei­fend dis­ku­tie­ren müsste.

Lei­ses Verstummen

Neu­lich fiel mein Blick auf einige Todes­an­zei­gen in der Tages­zei­tung. Zufäl­lig waren alle der zu bekla­gen­den Toten vom Jahr­gang 1935, und ich stellte mir eine Gruppe Zehn­jäh­ri­ger vor, die gemein­sam das Kriegs­ende in Deutsch­land erle­ben. Wie haben sie sich wohl ihre Zukunft vor­ge­stellt? Und - wie­viele aus ihrem Jahr­gang hat­ten sie bereits verloren?

Im Kolumba-​Museum in Köln gibt es ein beein­dru­cken­des Kunst­werk von Richard Serra mit dem Titel „The Drow­ned and the Saved ”. Man fin­det es nicht leicht, erst nach einem Gang über die frei­ge­leg­ten Fun­da­mente der im Krieg zer­stör­ten Columba-​Kirche gelangt man in die Rui­nen eines Neben­raums, in der die Plas­tik heute instal­liert ist. Sie bringt auf bedrü­ckende Weise einer­seits das Schwei­gen der im Zwei­ten Welt­krieg Ver­stor­be­nen zum Aus­druck, die - weil sie tot sind - nicht mehr Zeug­nis von dem geben konn­ten, was ihnen wider­fah­ren ist und ande­rer­seits unsere Ver­wo­ben­heit in eben diese Geschichte unse­rer Vor­fah­ren: Wir sind in bezug auf die Gräuel des Krie­ges ange­wie­sen auf die Berichte jener, die ihn nicht allein er-​, son­dern auch über­lebt haben, die aber, wie der Autor des für die Skulp­tur namen­ge­ben­den Romans, Primo Levi, for­mu­liert, „den tiefs­ten Abgrund nicht berührt haben”. Und die dar­über hin­aus nicht ver­stummt sind.

In einer auf­wän­di­gen Initia­tive haben sich daher die Cou­si­nen und Cou­sins mei­ner recht gro­ßen Fami­lie vor ein paar Jah­ren mit der Bitte an unsere Eltern­ge­ne­ra­tion gewandt, von den Ereig­nis­sen damals zu erzäh­len. Die Spann­breite der recht hete­ro­ge­nen Reak­tio­nen reichte vom meh­rere Stun­den umfas­sen­den Ton­mit­schnitt münd­li­cher Berichte bis hin zu der kla­ren Wei­ge­rung, dar­über über­haupt zu berich­ten (was ja auch eine Aus­sage ist). Die so ent­stan­dene Mono­gra­fie offen­bart mir neben der furcht­ba­ren Migra­ti­ons­ge­schichte unse­rer Fami­lie auch, wie sehr alles Erzäh­len über den Krieg wohl zwangs­läu­fig Frag­ment bleibt.

Ange­sichts der Todes­an­zei­gen wurde mir nun bewußt, daß sich, im All­tag ver­bor­gen, in dem kon­ti­nu­ier­li­chen Strom Toter, die heute Tag für Tag und Woche für Woche still beer­digt wer­den, schlei­chend und ebenso kon­ti­nu­ier­lich jene ver­ab­schie­den, die uns authen­tisch und aus eige­ner Anschau­ung vom zwei­ten Welt­krieg berich­ten könn­ten. Ein nicht uner­heb­li­cher Teil mei­ner Tätig­keit bezieht sich auf genau sol­che Beerdigungen.

Was jetzt nicht auf dem Tisch ist, was nicht ver­bürgt und auf­ge­zeich­net ist, alle Erzäh­lun­gen jen­seits der bekann­ten Fak­ten, wer­den für immer ver­ges­sen und ver­lo­ren sein.

Unsere Geschichte wird prä­sent blei­ben, sowohl bewusst, als auch in dem ver­kap­sel­ten, uns unklar blei­ben­den unter­be­wuss­ten Erbe, das wir mit­be­kom­men haben. Ich frage mich den­noch, was das der­zei­tige Aus­ster­ben der Gene­ra­tion, die den Krieg und seine unmit­tel­ba­ren Nach­wir­kun­gen erlebt hat, für die deut­sche Gesell­schaft und für Europa bedeutet.

Magno­lia

Magnolia

Jedes Jahr genieße ich die rela­tiv kurze Spanne, in denen die Magno­lie in unse­rem Gar­ten laub­frei blüht. Noch ist’s ansehn­lich, aber die Blüh­phase hat ihren Zenit über­schrit­ten, und wäh­rend die Bäume ringsum ihre Knos­pen ent­wi­ckeln, kün­digt sich bei die­sen Blü­ten bereits das Ende an.

Link­tipps NMZ 42017

Die Neue Musik­zei­tung ver­öf­fent­licht in loser Folge kom­men­tierte Link­tipps zum Nach­sur­fen. Letzte Woche bat mich nun die NMZ um meine Tipps für ihre nächste Aus­gabe. Dem bin ich sehr gerne nachgekommen.

  • Free Music Archive - Das Free Music Archive sam­melt hoch­wer­tige, legale Audio-​Downloads. Radio­sen­der haben immer den öffent­li­chen freien Zugang zu neuer Musik ange­bo­ten. Die Seite Free Music Archive ist bestrebt, dies auf der Basis von Crea­tive Com­mons Lizen­zen auch für das Inter­net anzubieten.

  • Kuki-​Blog - Die katho­li­sche Kir­che im deutsch­spra­chi­gen Raum hat sich im Jahr 2013 ein neues Gesang­buch gege­ben, das „Got­tes­lob“. Die Dis­kus­sion über die Aus­wahl und deren Begrün­dung dau­ert unter Kir­chen­mu­si­kern bis heute an - zumal sich Papst Fran­zis­kus erst kürz­lich noch zur bis­wei­len vor­herr­schen­den „gewis­sen Mit­tel­mä­ßig­keit, Ober­fläch­lich­keit und Bana­li­tät“ geäu­ßert hat. Der Kir­chen­mu­si­ker und Semio­loge Anton Stingl jun. führt ein Web­log, das ins­be­son­dere die neuen Gesänge aus dem Got­tes­lob sehr kennt­nis­reich unter die Lupe nimmt und kri­tisch kommentiert.

  • Gra­duale Pro­jekt - Im Youtube-​Channel „Gra­duale Pro­jekt“ hat es sich eine Schola um den Sän­ger Marek Klein zur Auf­gabe gemacht, die gre­go­ria­ni­schen Gesänge aus dem bis heute für die Mess­ge­stal­tung maß­geb­li­chen Cho­ral­buch „Gra­duale tri­plex“ voll­stän­dig ein­zu­spie­len und auf Youtube zu ver­öf­fent­li­chen. Beein­dru­ckend in sei­nem Umfang.

  • @igorpianist und @houghhough - Klas­si­sche Musi­ker frem­deln, so ist es mein Ein­druck, bis­wei­len mit den Mög­lich­kei­ten des Inter­net­zes. Zwei Pia­nis­ten, die hin­ge­gen den Dienst Twit­ter fre­quent und mei­nungs­freu­dig nut­zen sind Igor Levit und Ste­phen Hough. Dabei spa­ren sie weder ihre per­sön­li­che Mei­nung auch zu umstrit­te­nen The­men aus, noch die Nie­de­run­gen des Musikeralltags.

  • Hiphop-​Trancriptions - Hier sam­melt Char­lie Hely in loser Folge „Unge­fähre Tran­skrip­tio­nen von gro­ßen Hip-​Hop-​Passagen mit Stift, Mil­li­me­ter­pa­pier und einem Lineal“. Die Seite mit nur kur­zen Pas­sa­gen und Schnip­seln ist reiz­voll wegen des Gegen­sat­zes zwi­schen äußerst prä­zi­ser, aber ana­lo­ger Hand­schrift auf der einen und der digi­ta­len und kom­ple­xen Musik auf der ande­ren Seite.

Die Link­tipps wer­den in der Aus­gabe 4 - 2017 veröffentlicht.

Nach­trag: … oder hier online zu sehen.

Syn­ko­pen

Ges­tern musste ich beim Arbei­ten mit einer Schü­le­rin an einer Syn­ko­pen­stelle in die­ser Haydn-​Sonate und auch ange­sichts des Lamen­tos einer Kol­le­gin über sol­che schon nicht mehr nur frag­wür­di­gen Nota­ti­ons­weise an eine äußerst steile These mei­nes ver­stor­be­nen Leh­rers Carlo Hom­mel über Syn­ko­pen den­ken: Eine Syn­kope weiß im Moment ihres Ein­tre­tens noch nicht, daß sie eine Syn­kope ist.

Stim­men in St. Josef

Heute Zun­gen­stim­men in St. Josef, wo ich am Sams­tag die Dvořák-​Messe in der Orgel­fas­sung diri­gie­ren werde. Die Klai­sor­gel von 1935 hat trotz der sich bereits ankün­di­gen­den Orgel­be­we­gung ein erstaun­li­ches, ver­schmel­zungs­fä­hi­ges und hoch­wer­ti­ges Labi­al­ple­num. Lei­der fal­len klang­lich - trotz der Reize gerade auch der kurz­bech­ri­gen Regis­ter - die Zun­gen­stim­men dazu ab. Ich frage mich auch, warum die Stimm­hal­tung bei den Zun­gen in die­ser Orgel und in die­ser Kir­che der­art pro­ble­ma­tisch ist.

Diver­ses

In einer Vor­stands­sit­zung mei­ner Freitags-​Chöre haben wir ges­tern beschlos­sen, das Pro­gramm und Beset­zung des dies­jäh­ri­gen Kon­zerts in der Josephs­kir­che zu ändern und die Messe in D-​Dur von Anto­nin Dvořák auf­zu­füh­ren. Ich freue mich sehr.

Heute ver­teile ich Pla­kate für das Stabat-​Mater-​Kon­zert zum Palm­sonn­tag mit Ania Kai­ser, Raphael Sacher, Josef Ondruj und ande­ren in der Remi­gius­kir­che. Das Kon­zert hat freien Ein­tritt dank des För­der­ver­eins für Kichen­mu­sik e.V. und vor allen Din­gen der Groß­züg­keit der betei­lig­ten Pro­fis. Ich hoffe den­noch, daß genü­gend Geld durch die Kol­lekte zusam­men­kommt, um wenigs­tens den Auf­wand ange­mes­sen ent­schä­di­gen können.

Ich bedanke mich bei Piano List in Vier­sen für das kos­ten­lose Bereit­stel­len von Stimma­te­rial für das Cem­balo in mei­nem Büro.

Truhe stim­men

Truhenorgel

Letzte Vor­be­rei­tun­gen für das Kon­zert am Sonn­tag in Süch­teln. Unter ande­rem: unsere Tru­hen­or­gel von Henk Klop im Kon­zert­raum auf 443Hz brin­gen. So schön es ist, wenn die Kir­che ange­nehm beheizt ist: beim (offe­nen) Prin­zi­pal 8 - rechts im Bild - komme ich da in bezug auf die Höhe an eine Grenze.

Billard-​WM

Ich bin ab heute Abend spo­ra­disch bei der an die­sem Wochen­ende in Vier­sen statt­fin­den­den Dreiband-​Billard-​WM in der Fest­halle. Und fühle mich wie jedes Jahr in die 90er-​Jahre zurück­ver­setzt, wenn ich die zuge­hö­rige Web­seite betrachte.

Nach­trag

Ein Nach­trag zur Bemer­kung ges­tern - auch wegen einer teil­weise recht bizar­ren Dis­kus­sion auf Face­book: Es geht nicht um eine Stil­de­batte. Ich glaube, wir kön­nen über die Kir­chen­mu­sik heute keine Stil­dis­kus­sion füh­ren. Aber wir müs­sen eine Qua­li­täts­de­batte füh­ren. Wie Dr. Ans­gar Hoff in einem Bei­trag für Musica sacra bemerkte:

Eine ein­deu­tige Favo­ri­sie­rung eines Stils ver­stößt gegen die „zen­trale” soli­da­ri­sche Erfah­rung des theo­lo­gi­schen Abstands zu Gott. Hier zählt keine Stimme mehr als die andere und auch nicht zwei mehr als eine. „Wir müs­sen mit dem Plu­ral rech­nen.” So darf nicht der gre­go­ria­ni­sche Cho­ral von popu­lä­rer Sakral­mu­sik ver­drängt wer­den, nicht Bach von Pen­der­ecki, nicht Reger von Pärt, nicht „alte” von „neuer” oder umge­kehrt. Jede Stil­prä­va­lenz in der Pra­xis der Kir­chen­mu­sik unter­schlägt den Stil des ande­ren und ver­stößt damit gegen […] den Stil, der das Andere gel­ten lässt. Inso­fern tref­fen sich post­mo­der­ner Stil und christlicher.

Seine Über­le­gun­gen sind weit­aus umfang­rei­cher, ich teile sie nicht alle.