Thorsten Konigorski

Musi­co­vid

Von Thorsten Konigorski Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik hat eine Netzwerk initiiert, das die Musikrezeption während der Pandemie untersucht. (https://www.thorsten-konigorski.de/journal/28-05-2020/)

Wenn­gleich coro­nabe­dingt Live-​Auftritte nicht statt­fin­den kön­nen und unab­hän­gige Musi­ker um ihren Lebens­un­ter­halt fürch­ten müs­sen, spielt Musik offen­bar den­noch eine große Rolle der­zeit: Leute sin­gen mit­ein­an­der auf ihren Bal­kons oder musi­zie­ren „ein­an­der zu“, es gibt eine unge­kannte Fülle von Splitscreen-​Videos. An ande­rer Stelle habe ich dazu ein­ge­la­den, in die­ser Zeit mal ganz bewusst Musik zu hören.

Ich finde es daher in die­sem Kon­text außer­or­dent­lich span­nend, dass nun das Max-​Planck-​Institut für empi­ri­sche Ästhe­tik das inter­na­tio­nale For­schungs­netz­werk Musi­co­vid initi­iert; dazu heißt es in der Projektbeschreibung:

Es scheint, dass Musik groß­flä­chig und krea­tiv als Mit­tel genutzt wird, um die diver­sen Her­aus­for­de­run­gen, die die aktu­elle Krise an den Ein­zel­nen stellt, indi­vi­du­ell und sozial zu bewäl­ti­gen, dar­un­ter Angst, Lan­ge­weile, Ein­sam­keit, Stress und Zukunfts­un­si­cher­heit. Daher hat sich ein glo­ba­les Netz­werk von For­schern unter­schied­li­cher Her­kunft gebil­det, um sich mit dem Ziel zusam­men­zu­schlie­ßen, die Viel­zahl der Arten, wie Musik wäh­rend der COVID-​19-​Pandemie ver­wen­det, erlebt und dis­ku­tiert wird, zu doku­men­tie­ren, zu unter­su­chen und zu ver­ste­hen. Wenn wir erklä­ren kön­nen, wie und unter wel­chen Umstän­den Musik­prak­ti­ken dem Ein­zel­nen die Mög­lich­keit bie­ten kön­nen, mit einer bedroh­li­chen Situa­tion wie der jet­zi­gen fer­tig zu wer­den, könnte die­ses Wis­sen den Gesell­schaf­ten hel­fen, bes­ser vor­be­rei­tet zu sein, sollte es in Zukunft zu einer ähn­li­chen Situa­tion kom­men. All­ge­mei­ner aus­ge­drückt kön­nen die For­schungs­er­geb­nisse aus die­ser Arbeit lang­fris­tige Aus­wir­kun­gen auf die Ent­wick­lung kli­ni­scher und the­ra­peu­ti­scher Inter­ven­tio­nen und bewähr­ter Ver­fah­ren zur Bekämp­fung von Ein­sam­keit und sozia­ler Iso­la­tion haben.“