Thorsten Konigorski

Flash­back

Von Thorsten Konigorski korsische Kirchenmusik (https://www.thorsten-konigorski.de/journal/22-01-2019/)

Im Rah­men von Gre­go­ria­nik­stu­dien hatte mich sei­ner­zeit Carlo Hom­mel auf die kor­si­sche Kir­chen­mu­sik hin­ge­wie­sen. Ihn inter­es­sier­ten hier ins­be­son­dere Rück­schlüsse auf die frühe mit­tel­al­ter­li­che Mehr­stim­mig­keit und die stre­cken­weise mikro­to­na­len Ver­zie­rungs­tech­ni­ken. Mich hat diese Musik damals befrem­det und glei­cher­ma­ßen fas­zi­niert, ihre Archaik, ihr teils ori­en­ta­lisch anmu­ten­der Gestus.

Für mich löste es daher eine Art Flash­back aus, heute im Radio - ich kam aus der Fröh­lich­keit der bei uns tra­di­tio­nell erst im Januar statt­fin­den­den betrieb­li­chen Weih­nachts­feier und schlich mit dem Auto durch eine mir zum Anlass durch­aus pas­send erschei­nende win­ter­li­che Land­schaft nach Hause - unver­mit­telt wie­der mit dem melan­cho­li­schen Ernst eben die­ser Gesänge kon­fron­tiert zu wer­den: Le Chœur de Sartène mit Introitu ora­to­rio terra mea. Mit einem Schlag eine andere Zeit, ein ande­res Land.