Thorsten Konigorski

Besinn­li­cher Bach und fei­er­li­cher Dvorák

Zwei sti­lis­tisch sehr ver­schie­dene Kost­pro­ben anspruchs­vol­ler geist­li­cher Musik hin­ter­lie­ßen in der voll besetz­ten Gra­bes­kir­che St. Joseph einen tadel­lo­sen Ein­druck: eine Bach-​Kantate und eine Dvorák-​Messe. Ein typi­sches Bei­spiel stren­ger, besinn­li­cher Kir­chen­mu­sik ist Bachs Kan­tate „Ich will den Kreuz­stab gerne tra­gen”. Der Chor tritt nur beim Schluss­cho­ral in Erschei­nung. Der Text, der das Leben mit einer Schiffs­reise ver­gleicht, wird aus­schließ­lich dem Vokal­so­lis­ten anvertraut.

Vol­ker Mer­tens sang die Par­tie mit der gewohn­ten Stimm­kraft und Durch­set­zungs­fä­hig­keit. Dass der Text nur schwer zu ver­ste­hen war, ist nicht ihm anzu­las­ten; die Kir­chen­akus­tik ist nun ein­mal recht hal­lig. […] Das Orches­ter, beste­hend aus Mit­glie­dern der Nie­der­rhei­ni­schen Sym­pho­ni­ker mit der Kon­zert­meis­te­rin Chi­sato Yama­moto, beglei­tete zuver­läs­sig und ein­fühl­sam. Ein Son­der­lob ver­dient die Obo­is­tin für ihr bril­lant gespiel­tes Solo.

In eine ganz andere musi­ka­li­sche Welt führte Anto­nin Dvor­áks D-​Dur-​Messe. Fast weihnachtlich-​feierlich begann das Werk, es fehl­ten aber auch nicht kräf­tig pom­pöse Par­tien. Jetzt hatte die Chor­ge­mein­schaft St. Joseph/​St. Not­burga Beacht­li­ches zu leis­ten. Schwie­rige Har­mo­nien und Modu­la­tio­nen wur­den mit erfreu­li­cher Sicher­heit vor­ge­tra­gen. Volu­mi­nös, mit star­ker Blä­ser­be­set­zung, klang das Orches­ter. Eine sorg­fäl­tige und umsich­tige Gesamt­lei­tung garan­tierte Thors­ten Konigorski.

Gert Holt­meyer in der Rhei­ni­schen Post am 7.11.2017 online