Thorsten Konigorski

Kir­chen­mu­sik - jetzt erst recht

Musik, zumal Kir­chen­mu­sik, hat immer zwei Kom­po­nen­ten. Zum einen ist sie Medium des gemein­sa­men Tuns: Unver­zicht­ba­rer Bestand­teil unse­rer Got­tes­dienste und Aus­druck gemein­sam getra­ge­ner Über­zeu­gun­gen. Im Sanc­tus kul­mi­niert die­ses Gesche­hen als eine Ver­bin­dung zwi­schen himm­li­scher und irdi­scher Lit­ur­gie. Zum ande­ren ist sie Teil der Ver­kün­di­gung; im Ant­wort­psalm ver­kün­digt der Kan­tor einer hören­den, einer aktiv hören­den Gemeinde.

Mit der der­zei­ti­gen zur Ein­däm­mung und Ver­hin­de­rung von Neu­in­fek­tio­nen not­wen­di­gen Iso­lie­rung der Men­schen wird eine zen­trale Vor­aus­set­zung für unsere Got­tes­dienste ver­un­mög­licht: die Ver­samm­lung. Und mit­hin ist auch gemein­sa­mes Sin­gen in die­ser Zeit nicht möglich.

Aus die­sem Grunde mache ich den Vor­schlag, in die­ser Zeit bewußt Musik zu hören. Die Geschichte der Musik bie­tet dazu einen gewal­ti­gen Fun­dus und die Mög­lich­keit, Stü­cke zu hören, die einem viel­leicht zunächst nicht gefal­len oder sogar befrem­den. Oft sind es gerade diese Stü­cke, die nach­hal­tig bleiben.