Thorsten Konigorski

Coro­nagot­tes­dienste

Von Thorsten Konigorski Mal jenseits der derzeit vieldiskutierten Frage nach der liturgischen Wirkung von gestreamten Gottesdiensten, frage ich mich nach der Sinnhaftigkeit von eingespielten Liedern in diesen Gottesdiensten. (https://www.thorsten-konigorski.de/journal/29-03-2020/)

Das Home­of­fice, oder bes­ser die der­zeit im Offi­zi­alat ange­ord­nete Mobilar­beit erzeugt einen trü­ge­ri­schen Schein: äußer­lich ist alles sehr ruhig, aber hin­ter den Kulis­sen gibt es reich­lich Arbeit, zum Teil wird hek­tisch gear­bei­tet. Ich habe z.B. diese Reihe auf den Weg gebracht.

Mal jen­seits der der­zeit viel­dis­ku­tier­ten Frage nach der lit­ur­gi­schen Wir­kung von gestream­ten Got­tes­diens­ten, von „One-​man-​shows“ oder „Pri­vat­mes­sen“ vor dem Hin­ter­grund des heu­ti­gen Lit­ur­gie­ver­ständ­nis­ses, frage ich mich nach dem Sinn von ein­ge­spiel­ten Lie­dern in die­sen Got­tes­diens­ten, also kon­kret Lied­vor­spiel + Begleit­satz. Klar, hier bekommt man als Teil der nur vir­tu­ell anwe­sen­den Gemeinde in den meis­ten gestream­ten Got­tes­diens­ten einen Begriff von der tat­säch­lich vor Ort ver­sam­mel­ten Gemeinde - anders als bei dem über­wie­gen­den Teil der ande­ren Situa­tio­nen im Ablauf einer sol­chen Messe. Aber das, was der­ar­tige Lie­der ja ganz wesent­lich aus­macht, näm­lich ein in in beide Rich­tun­gen wir­ken­des Gemein­schafts­er­leb­nis, ein sich ein­brin­gen­des Wirk­sam­wer­den des Ein­zel­nen (und das leis­ten gemein­sam gesun­gene Lie­der ja auch jen­seits lit­ur­gi­scher Zusam­men­hänge, also am Lager­feuer bei­spiels­weise oder auch im Sta­dion), genau das funk­tio­niert bei gestream­ten Got­tes­diens­ten eben lei­der nicht.