Thorsten Konigorski

Block­flöte, Gambe und Cem­balo harmonieren

Drei begeis­terte Kam­mer­mu­si­ker beglück­ten als makel­los har­mo­nie­ren­des Trio die Zuhö­rer in der gut gefüll­ten evan­ge­li­schen Kir­che Süch­teln. Nicola Olt­manns, frei­schaf­fende Block­flö­tis­tin und Musik­päd­ago­gin an der Musik­schule Mön­chen­glad­bach, Lutz Hei­wolt, Gam­ben­so­list und Dozent für sein Instru­ment an den Musik­hoch­schu­len Köln und Aachen, sowie Thors­ten Koni­gor­ski, von 1999 bis 2019 Kan­tor an Sankt Remi­gius Vier­sen und der­zeit Kir­chen­mu­sik­re­fe­rent für den Offi­zi­al­ats­be­zirk Olden­burg, hat­ten Renais­sance und Barock­mu­sik teils völ­lig unbe­kann­ter Kom­po­nis­ten mitgebrach.

Tech­nisch bril­lant, inter­pre­ta­to­risch fein abge­stimmt und aus­ge­wo­gen, dazu stets leben­dig, waren die Sonate d-​Moll von Georg Phil­ipp Tele­mann (1681−1767), die Sonata Terza in e-​Moll von Michel Bla­vet (1700−1768), der am Hof Lud­wigs XV wirkte, und die das Kon­zert beschlie­ßende Sonata „La Ber­n­a­bea“ aus der Feder des Ita­lie­ners Gio­vanni Anto­nio Pan­dolfi Mealli (1624−1687) die fes­seln­den Höhe­punkte der Vor­trags­folge. Nicola OIt­manns konnte ihre bewun­derns­werte Spiel­fer­tig­keit vor allem in ihrem Solo Die eng­li­sche Nach­ti­gall von Jacob van Eyck (ca.1590-1657) unter Beweis stel­len, Lutz Hei­wolt glänzte in Giro­lamo Fres­co­bal­dis Can­zon detta la Trom­bon­cina für Gambe und Cem­balo, wäh­rend Thors­ten Koni­gor­ski seine spiel­tech­ni­sche Kom­pe­tenz in der kom­pli­zier­ten Frescobaldi-​Toccata lX nach­drück­lich demons­trierte. Ein­falls­rei­che Varia­tio­nen über das eng­li­sche Greens­lee­ves hono­rier­ten den nicht enden wol­len­den Bei­fall. Das Kon­zert war Teil der Reihe „Süch­tel­ner Ves­per­mu­si­ken“, zu denen die Evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­meinde Süch­teln in ihre Stadt­kir­che ein­lädt. oeh

Rhei­ni­sche Post vom 24. Februar 2020.