Thorsten Konigorski

Lebens­licht

Es bedarf nicht visu­el­ler Glatt­heit, auch nicht jener Hoch­glan­zäs­the­tik, die die Wer­be­in­dus­trie bis zum Über­druss nutzt, ganz im Gegen­teil. Es geht auch nicht um ein erwar­te­tes Happy End, selbst­ver­ständ­lich nicht, son­dern viel­leicht eher um Erlö­sung. Aber selbst, wenn die nicht sicht­bar würde - obwohl in Bachs Musik ja über­all gegen­wär­tig - auch mit so einem State­ment könnte ich leben, natür­lich. Sicht­bar­ma­chung ist ein Unter­fan­gen, das mich anspricht, und kul­tu­relle Ver­heu­ti­gung sowieso. Bei­des gleich­zei­tig im Kon­text Alter Musik kann nicht ohne Stil­brü­che gehen, auch damit habe ich kein Problem.

Ich habe daher lange über­legt, was genau es ist, das mich an dem von Phil­ippe Herr­weghe für sein aktu­el­les Pro­jekt ver­wen­de­ten Film („Lebens­licht - eine Fami­li­en­ge­schichte in Zei­ten der Ver­zweif­lung“ von Clara Pons) stört. Die dem All­tag ent­nom­mene Bild­spra­che zur heu­ti­gen Unbe­haust­heit und Tris­tesse jeden­falls ist es nicht. Nein, es sind die ste­reo­ty­pen Set­tings darin: Regen, Nacht, Tank­stelle. Es erschei­nen auf der Lein­wand der (vom Col­le­gium Vocale Gent groß­ar­tig inter­pre­tier­ten) Musik Bachs unwür­dige Ein­falls­lo­sig­kei­ten, wenn zum x-​ten Male ein Prot­ago­nist sin­nie­rend allein durch den Wald schrei­tet. Dann nach­denk­lich am See steht. Vögel stei­gen am ein­sa­men See in die Höhe. Die Per­pe­tu­ie­rung von Bild­kli­schees: eine ver­passte Chance. Schade.

Montage

Kon­rad­sor­gel

Heute erreichte mich die­ses Bild von der Mon­tage der Pels-&-van-Leuven-​Orgel aus der Kon­radska­pelle in der Slo­wa­kei, ver­bun­den mit einer Ein­la­dung zur Ein­wei­hung der Orgel.

Angu­lar­syn­tax

Ges­tern habe ich nach län­ge­rer Zeit mal wie­der einen One-​pager erstellt, und prompt stol­perte ich über die (ja gar nicht mehr so) neue Syn­tax von Angu­lar. Wie schnell ver­al­ten doch Webdesign-​Skills. Nach wie vor bin ich froh, Musi­ker zu sein und als sol­cher auch arbei­ten zu können.

Italienische Orgel, französische Orgel

Aus­schrei­bung

In der ers­ten musica-​sacra-Aus­gabe des Jah­res erschien heute die Aus­schrei­bung für meine Nach­folge in St. Remi­gius. Wenn ich das so lese und auch mit der Aus­schrei­bung ver­glei­che, auf die ich mich vor zwan­zig Jah­ren bewor­ben hatte, merke ich, daß sich für Kirchenmusiker*innen nicht alles zum Schlech­ten ver­än­dert hat — jeden­falls nicht in Viersen.

Unter­des­sen widme ich mich pha­sen­weise ver­stärkt der Musik Giro­lamo Fres­co­bal­dis, auf den unter­schied­li­chen acht­fü­ßi­gen Prin­ci­pa­len der Remi­gius­kir­che ist das ein beglü­cken­der Genuss.

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Reclam

Ambi­gui­tät

Im Nach­gang des erwähn­ten Workshop-​Tags hatte ich nach vie­len eigent­lich wirk­lich erfreu­li­chen Gesprä­chen dies­be­züg­lich – ins­be­son­dere mit den Gemeinde-  und Pas­to­ral­re­fe­ren­ten der Pfar­rei – die durch­aus bit­tere Erkennt­nis, dass die Frage nach künst­le­ri­scher Beschaf­fen­heit, nach der nicht zwangs­läu­fig schon wer­ten­den „Qua­li­tät“ von Musik­stü­cken auch bei gutem Wil­len oft schei­tert – aus einer Viel­zahl von Gründen.

Nach einem Trip am Frei­tag nach Vechta, um mit Ste­fan Decker und Domi­nik Blum einige Moda­li­tä­ten für mei­nen Dienst­an­tritt dort zu bespre­chen, über­reichte mir letz­te­rer das bemer­kens­werte Reclam-​Bändchen „Die Ver­ein­deu­ti­gung der Welt“ von Tho­mas Bauer. Darin beschäf­tigt sich der Autor mit der signi­fi­kan­ten Zunahme der gesell­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Ambi­gui­täts­in­to­le­ranz. Ich erkannte beim Lesen, dass ich etli­ches dar­aus schon kannte – in mei­ner Social-​Media-​Blase war es vor­wie­gend von Theo­lo­gen bespro­chen wor­den (ins­be­son­dere der Satz: „Ein guter Indi­ka­tor für die Ambi­gui­täts­to­le­ranz west­eu­ro­päi­scher Gesell­schaf­ten ist der jewei­lige Zustand der katho­li­schen Kir­che, denn die katho­li­sche Kir­che ist über­ra­schend ambiguitätstolerant“).

Für mich als Musi­ker finde ich – vor dem Hin­ter­grund des erwähn­ten Work­sh­op­tags und der ein­gangs umris­se­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­ble­ma­tik – fol­gende Pas­sa­gen aus dem Büch­lein zitie­rens­wert – es geht um Musik: Wenn sich Qua­li­täts­un­ter­schiede nicht mit ein­deu­ti­gen Kri­te­rien fest­stel­len las­sen, dann erscheint es ein­fa­cher zu sein zu sagen, es gebe gar keine Qua­li­täts­un­ter­schiede, als über nicht leicht zu prä­zi­sie­rende, aber den­noch vor­han­dene Qua­li­täts­un­ter­schiede nach­zu­den­ken. Hier dage­gen sei fest­ge­hal­ten, dass es Qua­li­täts­un­ter­schiede gibt, daß etwa ein Schlager-​Tralala nicht die­selbe Qua­li­tät hat, wie der ein­gangs erwähnte Punk­song von Nina Hagen, und dass beide wie­derum eine andere Qua­li­tät haben als etwa ein Streich­quar­tett von Alban Berg. […] Neben der Reli­gion ber­gen die Künste das größte Ambi­gui­täts­po­ten­tial. Die Gesell­schaft wird davon aber nur pro­fi­tie­ren kön­nen, wenn der Ambi­gui­täts­ver­nich­tung durch ihre Tri­via­li­sie­rung im mark­tra­di­ka­len Kapi­ta­lis­mus Ein­halt gebo­ten wird.

Manubrien

Win­ter­luft

Mit Sorge bli­cke ich im Moment auf die Orgeln der Pfar­rei: die rela­tive Luft­feuchte ist in den Kir­chen hei­zungs­be­dingt der­zeit ohne­hin am unte­ren Limit, und der Schnee ver­schärft diese Lage noch. Heute habe ich einen Wert von 40% regis­triert, das ist zu tro­cken für die Orgeln.

Flash­back

Im Rah­men von Gre­go­ria­nik­stu­dien hatte mich sei­ner­zeit Carlo Hom­mel auf die kor­si­sche Kir­chen­mu­sik hin­ge­wie­sen. Ihn inter­es­sier­ten hier ins­be­son­dere Rück­schlüsse auf die frühe mit­tel­al­ter­li­che Mehr­stim­mig­keit und die stre­cken­weise mikro­to­na­len Ver­zie­rungs­tech­ni­ken. Mich hat diese Musik damals befrem­det und glei­cher­ma­ßen fas­zi­niert, ihre Archaik, ihr teils ori­en­ta­lisch anmu­ten­der Gestus.

Für mich löste es daher eine Art Flash­back aus, heute im Radio - ich kam aus der Fröh­lich­keit der bei uns tra­di­tio­nell erst im Januar statt­fin­den­den betrieb­li­chen Weih­nachts­feier und schlich mit dem Auto durch eine mir zum Anlass durch­aus pas­send erschei­nende win­ter­li­che Land­schaft nach Hause - unver­mit­telt wie­der mit dem melan­cho­li­schen Ernst eben die­ser Gesänge kon­fron­tiert zu wer­den: Le Chœur de Sartène mit Introitu ora­to­rio terra mea. Mit einem Schlag eine andere Zeit, ein ande­res Land.

Dr. Christian Schröder

Work­sh­op­tag

Der Work­sh­op­tag des Bis­tums Aachen „Popu­lar­mu­sik in der Kir­che“ umfasste das, was ich mir mit vie­len Kol­le­gen lange schon wün­sche: berufs­grup­pen­über­grei­fende Bil­dung und Refle­xion. Dr. Christian Schröder zeigte über­zeu­gend anhand von aus­ge­wähl­ten Songs ein darin ent­hal­te­nes erheb­li­ches spi­ri­tu­el­les Poten­tial auf - z. B. in Pho­to­nen­ka­no­nen von Spa­ce­man Spiff oder Repa­rie­ren von Tim Bendzko.

Aller­dings - nicht nur Jan Böh­mer­mann erkennt im der­zei­ti­gen deut­schen Pop ein ver­steck­tes „Revi­val des Schla­gers unter fal­scher Flagge“: „Gefühle abklap­pern, Trost spen­den, Tiefe vor­gau­keln, Mil­lio­nen errei­chen und ver­die­nen und dabei immer schön unpo­li­tisch und abwasch­bar blei­ben. Das ist die Art von Musik, die wir bis­her nur aus der deut­schen Nach­kriegs­zeit kann­ten … Bio-​Musik aus indus­tri­el­ler Käfig­hal­tung“ (Quelle, wer es sich antun will).

Ich glaube auch, daß die Frage nach der rein musi­ka­li­schen Beschaf­fen­heit nicht so unwich­tig ist, wie es beim heu­ti­gen Work­shop schei­nen wollte. Meine Anfra­gen bleiben.

Vor dem Credo

Der­zeit drängt sich mir beim Blick in den Spie­gel häu­fi­ger das Shakespeare-​Zitat in den Sinn: „Man proud man ¶ dres­sed in a little brief aut­ho­rity ¶ most igno­rant of what he’s most assured.“

Dann senke ich den Blick und spiele weiter.

Nach­lese

Ich bin allen Mit­wir­ken­den des Kon­zerts ges­tern außer­or­dent­lich dank­bar. Allen voran Chor und Solis­ten, aber auch dem Orches­ter unter Ver­mitt­lung der seit Jah­ren groß­ar­tig zuver­läs­si­gen Ania Kai­ser.

Mit der Auf­füh­rung endete für den Chor eine unge­wöhn­lich lange, inten­sive Vor­be­rei­tung. Denn ursprüng­lich hat­ten wir das Kon­zert für das Remi­gius­fest im Okto­ber 2018 ange­setzt, die vor­ge­zo­gene Reno­vie­rung der Remi­gius­kir­che hatte aber die Ver­schie­bung not­wen­dig gemacht. Dabei habe ich ins­be­son­dere Mozarts Ves­pe­rae solen­nes de con­fes­sore KV 339 – wie es mir häu­fig mit den aktu­el­len Chor­stü­cken ergeht – im Laufe der Vor­be­rei­tung noch mehr zu schät­zen gelernt, als ich es ohne­hin schon tat. Sie ist für mich ein Werk, das exem­pla­risch zeigt, wie Musik satz­über­grei­fend gedacht, kom­po­niert wird. Wohl­klang, Eben­maß und Lieb­lich­keit des berühm­ten und oft soli­tär auf­ge­führ­ten Lau­date domi­num bei­spiels­weise gewin­nen eine ungleich grö­ßere Tiefe, wenn es im Kon­text der ande­ren Psal­men, kon­kret: nach dem her­ben, schon von den Zeit­ge­nos­sen sicher als archa­isch emp­fun­de­nen Charme der nach har­mo­nisch recht sta­ti­schen Pas­sa­gen über eine gera­dezu erup­tive Amen-​Sequenz in einen terzlos-​leeren d-​Klang mün­den­den Laudate-​pueri-Fuge erklingt.

Es gab eine Reihe von Hür­den für den Chor. Neben den übli­chen musi­ka­li­schen Klip­pen ist hier unbe­dingt der Text zu nen­nen. Er sorgt wegen der latei­ni­schen Spra­che für einen sub­jek­tiv nur mit­tel­ba­ren inhalt­li­chen Text-​Ton-​Bezug, und es han­delt sich oben­drein über weite Stre­cken um einen dem vor­nehm­lich mit Ordi­na­ri­ums­ver­to­nun­gen ver­trau­ten Chor­sän­ger eher frem­den Text. Musikalisch-​ideell vor­wie­gend im 17. Jahr­hun­dert ver­wur­zelt, ist das Mozart-​Repertoire des Remi­giuscho­res im Ver­gleich zu vie­len ande­ren Kir­chen­chö­ren ver­hält­nis­mä­ßig schmal. Als grö­ße­res Pro­jekt hat­ten wir bis­her ledig­lich das Requiem im Pro­gramm. Es war also viel zu tun und ein har­tes Stück Arbeit.

Mit die­sem Kon­zert ist auch die Reihe der Chor­pro­jekte in St. Remi­gius unter mei­ner Lei­tung been­det. Der Chor hatte des­halb einen an das Kon­zert anschlie­ßen­den Emp­fang vor­be­rei­tet, und es gab ein Ständ­chen der Instru­men­ta­lis­ten; bei­des hat mich sehr gerührt und erfreut.

Wäh­rend der Pro­ben mit unse­rer Kon­zert­meis­te­rin Chi­sato kamen mir, mit­tels ebenso diplo­ma­ti­scher wie kla­rer Ansa­gen um ange­nehme Arbeits­at­mo­sphäre und musi­ka­li­sche Qua­li­tät glei­cher­ma­ßen rin­gend, wie­der­holt Aus­sa­gen eines Inter­views in den Sinn, das sie zusam­men mit dem est­län­di­schen GMD Mih­kel Küt­son an Sil­ves­ter der Rhei­ni­schen Post gege­ben hatte und das mich amü­siert hat. Darin zeigt sie sich „über­rascht, wie direkt die Men­schen hier sind“, und Küt­son stellt die These auf: „Ein nie­der­rhei­ni­sches Ur-​Gestein wäre ein schlech­ter Orches­ter­lei­ter“. Nun, ich bin zwar ganz sicher kein Urge­stein, aber durch und durch nie­der­rhei­nisch (oder, mit Wor­ten Hanns Die­ter Hüschs: Meine Musik ist nie­der­rhei­nisch ¶ Der Nie­der­rhein ist meine Musik ¶ All meine Reli­gio­si­tät ¶ ist nie­der­rhei­nisch ¶ Aber wenn du mich fragst Warum ¶ könnt ich als schwarz­weiße Kuh ¶ auf den Fel­dern um Ker­ken lie­gen ¶ und die Aus­sage ver­wei­gern *). Daher möchte ich – völ­lig jen­seits der Frage nach der Qua­li­tät mei­ner Lei­tung – zum Aus­druck brin­gen, wie bewe­gend für mich gerade die Tat­sa­che ist, daß wir ges­tern in Chor und Orches­ter Ver­tre­ter einer Viel­zahl von Natio­nen und regio­nal repräg­ter Men­ta­li­tä­ten künst­le­risch ver­eint sahen. Die Musik ver­bin­det uns - wirklich.

End­spurt

End­spurt: Der Remi­giuschor befin­det sich in der letz­ten Phase der Vor­be­rei­tung auf die Ves­per­mu­sik am 13. Januar. Es gibt daher in die­sem Jahr keine Weih­nachts­pause, heute schon ist die nächste Probe.

BWV 552,1

Heute beende ich das Jahr lit­ur­gisch mit Bachs gro­ßem Es-​Dur-​Präludium BWV 552,1, das sich in sei­ner fran­zö­si­schen Ouvertüren-​Idiomatik sehr gut mit der eben­falls fran­zö­si­schen und im Kern eben baro­cken Klang­cha­rak­te­ris­tik der Woehl-​Orgel dar­stel­len läßt. Die Grands Jeux - ich spiele sie stil­ty­pisch ohne 16′ im Manual - sind von über­wäl­ti­gen­der phy­si­scher Prä­senz, und ich meine damit nicht ihre Lautstärke.

Bach français, comme toujours.

Arcen

Tages­no­ti­zen

Nach­dem ges­tern die Rhei­ni­sche Post über mei­nen Weg­gang aus Vier­sen im kom­men­den Jahr berich­tet hat, meh­ren sich bei mir die An- und Nach­fra­gen dies­be­züg­lich: ich werde noch eine Weile hier sein.

Heute sind wir, den letz­ten freien Tag nach Weih­nach­ten nut­zend, im nie­der­län­di­schen Arcen eine Weile recht nach­denk­lich an der gemäch­li­chen und der­zeit trü­ben Maas ent­lang­ge­gan­gen, haben uns dabei im nie­seln­den Regen den kal­ten Wind um die Nase wehen las­sen und im Anschluss ein köst­lich hei­ßes Kof­fietje in Lan­des­ma­nier genossen.

© S. Ley

Lor­beer

Beim Sor­tie­ren von Pho­tos aus dem zu Ende gehen­den Jahr stieß ich auf die­ses vom 30. November: Pro­be­tra­gen eines Lor­beer­kran­zes für den in die­sem Jahr zu ehren­den Bernd Kori­schem, beglei­tet von einer eben­falls für die­sen Zweck in dithy­ram­bi­schen Dakty­len ver­fass­ten „hypo­tak­ti­schen Ode“ von Sabine Ley.

Aus­schrei­bung

Ein Blick in die ent­spre­chen­den Facebook-​Statistiken ver­rät, daß der auf der Pfarrei-​Seite ver­öf­fent­lichte Post mit der Aus­schrei­bung für meine Nach­folge in St. Remi­gius offen­sicht­lich mit Abstand die größte Reich­weite aller Posts der Pfarre erreicht. Das über­rascht und erleich­tert mich. Kir­chen­mu­si­ker wer­den heute nicht mehr viele - es gibt viel mehr Stel­len als Bewer­ber, und die Gründe dafür sind (auch wenn sich vie­les in den letz­ten Jah­ren getan hat) lei­der ebenso offen­sicht­lich wie nach­voll­zieh­bar. Ich halte die Stelle in St. Remi­gius den­noch für in viel­fa­cher Hin­sicht attrak­tiv und bin daher guter Dinge, daß sich ein/​e kompetente/​r Kollege/​in fin­den wird.

Woehl­or­gel

Arbeits­rei­che Tage der­zeit, wie könnte es auch an Weih­nach­ten anders sein?

Nach der Wie­der­er­öff­nung der Remi­gius­kir­che am letz­ten Sonn­tag kann ich auch wie­der die geliebte Woehl­or­gel in Betrieb neh­men. Piroye („La Béa­ti­tude“ - eine Ent­de­ckung!) klingt auf ihr genau so präch­tig wie Frank Mar­tins Pas­sa­caille mystisch.

Letz­tere gab, wäh­rend ich sie übte, einer Zuhö­re­rin Anlass zur Beschwerde: ob ich nicht Advent­li­che­res spie­len könne? Mir ist klar, dass die­ses Stück hohe Anfor­de­run­gen an die Rezep­ti­ons­fä­hig­keit stellt, aber je län­ger ich drü­ber nach­denke, desto advent­li­cher finde ich genau die­ses Stück.

Acce­le­r­ando

Schon haben wir den zwei­ten Advent. Je älter ich werde, desto deut­li­cher nehme ich wahr, in einem erschre­cken­den Acce­le­r­ando zu leben.

Woehl­or­gel

Sehr auf­ge­räumt, das neue Look & Feel der reno­vier­ten Remi­gius­kir­che. Die beton­ten goti­schen Bögen ver­mit­teln stär­ker als zuvor die Höhe des Rau­mes - die aus­ge­wo­ge­nen Pro­por­tio­nen des Gehäu­ses der Woehl-​Orgel kom­men da - so meine ich - bes­ser zur Gel­tung als zuvor.

Markt­mu­sik

Nicht weil es ein Feh­ler wäre, der dem lie­ben Kol­le­gen Ste­fan Knauer beim Schrei­ben des Pro­gramms zu mei­ner Markt­mu­sik in Erkelenz vom letz­ten Sams­tag unter­lau­fen ist, erwähne ich ihn, son­dern weil er so char­mant ist: Da steht näm­lich zum zwei­ten Satz der Bach­so­nate „Advent“, und ich frage mich trotz des „Ada­gio“ aus mei­ner Par­ti­tur, ob das eigent­lich so falsch ist.

Konrads-​Orgel

Heute konnte ich Gäste aus der Slo­wa­kei in St. Remi­gius begrü­ßen: Mein evan­ge­li­scher Kol­lege Mar­tin Melišík war zusam­men mit Ľubomír Mar­cina, einem wei­te­ren Mit­ar­bei­ter der Stre­disko evan­jeli­ckej dia­ko­nie Košeca und mir in der Kon­radska­pelle am Grenz­weg. Wir haben die Pels-&-van-Leuven-​Orgel dort besich­tigt, die die Pfarr­ge­meinde St. Remi­gius gerne ver­äu­ßern möchte.

Stel­len­wech­sel

Mitte nächs­ten Jah­res werde ich St. Remi­gius in Vier­sen ver­las­sen und eine Stelle als Refe­rent für Kir­chen­mu­sik im Bischöf­lich Müns­ter­schen Offi­zi­alat antre­ten. Mich reizt diese span­nende neue Aufgabe.

Ich hatte in den letz­ten 20 Jah­ren, in denen ich in Vier­sen tätig sein durfte, unzäh­lige berei­chernde, mich tief bewe­gende mensch­li­che und musi­ka­li­sche Begeg­nun­gen und bin den vie­len Mit­strei­tern und Gesprächs­part­nern zu gro­ßem Dank ver­pflich­tet. Der Weg­gang wird mir sehr schwerfallen.