Thorsten Konigorski

Exe­quien

Heute ist es meine trau­rige Pflicht, die Exe­quien für den lang­jäh­ri­gen Sän­ger unse­res Cho­res und der Cho­ral­schola Rudolf Förs­ter zu gestal­ten. Er war nicht nur mit sei­ner Sing­stimme son­dern auch sei­ner Quer­flöte der musica sacra an St. Remi­gius über Jahr­zehnte kom­pe­tent ver­bun­den. Einer, dem das Gra­duale Roma­num aus leben­di­ger Pra­xis voll­stän­dig ver­traut war. Wir ver­lie­ren in ihm einen ver­läss­li­chen Part­ner und sehr lie­bens­wer­ten Freund.

Lux per­pe­tua luceat ei!

Retour

Berei­chert kehre ich heute aus Dres­den zurück: bewe­gend war die Begeg­nung mit einem weiß­rus­si­schen Paar und einer Tsche­chin, die in der Gas­tro­no­mie unse­rer Unter­kunft ange­stellt sind. Sie gaben uns einen so erschüt­tern­den Ein­blick in die Rea­li­tät der­ar­ti­ger Anstel­lungs­ver­hält­nisse, dass es mich fast wun­dert, wie sie uns Gäs­ten gegen­über den­noch zuvor­kom­mend und sym­pa­thisch agie­ren kön­nen. Umso erleich­ter­ter war ich, dass wir ins Gespräch kamen, dass das Gespräch an Tiefe gewann und sie die Lau­nen unse­rer Gruppe offen­sicht­lich nicht nur ertru­gen, son­dern sie uns - und wir sie - wirk­lich wertschätzten.

Dres­den

Ich bin mit dem Frei­tag­schor auf dem Weg nach Dres­den, wo wir vier Tage ver­brin­gen wer­den. Schon mehr­fach war ich dort - eigent­lich eine tolle Stadt. Gru­se­lig daher zu sehen, was zuletzt dort pas­siert: Elb­flo­renz, quo vadis?

An der Kuhnorgel in der Propsteikirche Lübeck

Propstei­kir­che

An der Kuh­nor­gel in der Propstei­kir­che Lübeck. © Foto von M. Getz van Bentum

Chor­fahrt

Mit dem Schul­be­ginn hat mein Urlaub geen­det, der gest­rige Don­ners­tag war geprägt von den Ein­schu­lungs­got­tes­diens­ten unse­rer sechs Grund­schu­len. Mein Ein­druck aus dem letz­ten Jahr ver­stärkte sich noch: die Ein­schu­lung als Sta­tu­s­pas­sage wird in den Fami­lien immer auf­wän­di­ger gefeiert.

Heute bre­che ich mit dem Remi­giuschor zu einer drei­tä­gi­gen Reise nach Lübeck auf.

Kon­zer­tende

Sechs Sekun­den – zwi­schen Klang und Applaus, zwi­schen nicht mehr und noch nicht und zwi­schen immer noch und doch schon.

Video © C. Reiners

Metz­ler­or­gel

Heute bin ich zum Üben nach Hüls zu mei­nem Kol­le­gen Heinz-​Peter Kort­mann gefah­ren. Das Instru­ment (III/​49) der Cyriakus-​Kirche dort wurde 1999 von der schwei­ze­ri­schen Orgel­bau­firma Metz­ler in ein beste­hen­des his­to­ri­sches Orgel­ge­häuse ein­ge­baut. Zwar klei­ner als die Woehl­or­gel in Vier­sen, ist es eine der weni­gen Orgeln am Nie­der­rhein, die ich die­ser gegen­über als eben­bür­tig erlebe. Im Cha­rak­ter ver­gleichs­weise weni­ger offensiv-​dynamisch, eher klas­sisch ori­en­tiert, hand­werk­lich makel­los und voll apol­li­ni­scher Schön­heit überall.

Einer der­art gut into­nier­ten Orgel ver­zeihe ich gerne ein zwar schön anzu­se­hen­des (tolle Intar­sien), aber unprak­ti­sches his­to­ri­sie­ren­des UI mit unnö­tig wei­ten Griff­we­gen und ein für mich viel zu weit seit­lich ange­brach­ten Schwelltritt.

Pola­roid

Ein Pola­roid! Bei der Grill­fete vor­ges­tern hat Juliane ein Pola­roid von mir gemacht, das sie mir post­wen­dend über­reichte. Mich amü­siert diese Renais­sance des Ana­lo­gen in Zei­ten, in der nahezu jeder zwar hun­derte Pho­tos im Smart­phone in der Tasche hat, aber kaum jemand je einen Abzug in Hän­den hält.

Aller­dings musste ich dem natür­lich erra­ti­schen Ansin­nen wider­ste­hen, das recht klein dimen­sio­nierte Bild mit Dau­men und Zei­ge­fin­ger grö­ßer zu ziehen. ;-)

Som­mer

Waren die Kir­chen zu Beginn der offen­bar noch län­ger andau­ern­den Hit­ze­phase Orte, die den Besu­cher mit ange­nehme Kühle emp­fin­gen, ver­än­dert sich das Klima nun dort: Es wird sti­ckig und schwül, auf den Orgel­büh­nen ist es zum Teil uner­träg­lich, denn die Hitze staut sich in den Gewöl­ben. Und auch die Orgeln - gerade die mecha­nisch trak­tier­ten - äch­zen unter der Hitze.

Rigo­ris­mus

Get­wit­tert: Ich wie­der­hole mich ange­sichts des gras­sie­ren­den #Rigo­ris­mus: Gelobt sei das Leise, Suchende, Vor­sich­tige und Ver­mit­telnde. Auch das Nicht­per­fekte und Halb­fer­tige. Wer das als naiv denun­ziert, wird sich in den aller­meis­ten Fäl­len wohl selbst belü­gen. (Reak­tion auf einen Tweet von Andreas Pütt­mann)

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Photo © Tobias Kölling

Pfarr­fest

Ges­tern war Pfarr­fest in St. Remi­gius - mit einer Open-​Air-​Eröffnungsmesse auf dem Remi­gius­platz. Das war mir Anlass, eine Messe mal nur mit E-​Piano, Gitar­ren, Bass, Flöte und Cajón zu gestal­ten. Bes­ten Dank an die schon genann­ten Mit­strei­ter und mei­nen Bru­der Tho­mas.

So etwas macht mir gro­ßen Spaß, und es rührt an mei­nen Wur­zeln. Das Han­tie­ren mit Ver­stär­kern, Mikro­pho­nen, Moni­to­ren, Rück­kopp­lun­gen und Balance-​Schieflagen erin­nerte mich aller­dings wie­der daran, warum ich mich irgend­wann rein mecha­ni­schen, nicht-​elektronischen Instru­men­ten zuwandte. Ich bereue dies nicht.

Zu mei­nem gro­ßen Bedau­ern haben wir ges­tern auch Sub­si­diar Klaus Grafe ver­ab­schie­det, der Vier­sen im Juli ver­las­sen wird. Ein unglaub­lich lie­bens­wer­ter und beschei­de­ner Mensch, den ich sehr schätze und ebenso ver­mis­sen werde.

Kla­vier

Mein Kind spielt wie­der!“, rief mir die Mut­ter des ermor­de­ten Mirco zu, als ich mit dem Rad an ihrem Haus vor­bei­fuhr. Sie meinte damit des­sen Schwes­ter, der ich zu jener Zeit Kla­vier­un­ter­richt gege­ben hatte. Eine gute Nachricht.

Thea­ter­pro­jekt

Ges­tern und vor­ges­tern fan­den die ange­kün­dig­ten Auf­füh­run­gen der Kör­ner­schule statt. Auf den letz­ten Drü­cker noch hatte sich Pro­mi­nenz ange­sagt: Schul­räte, die Bür­ger­meis­te­rin usw.

Ich bin glück­lich und auch stolz, daß alles so gut geklappt hat. Es war bewe­gend zu sehen, wie ein­zelne Dar­stel­ler im Laufe der Pro­ben und bei den Auf­füh­run­gen über sich hin­aus­ge­wach­sen sind. Und auch die Chor­kin­der waren vol­ler Span­nung und agier­ten zuver­läs­sig. Die lange und zum Teil harte Arbeit in einem all­zu­oft uner­sprieß­li­chen Umfeld mit vie­len logis­ti­schen und ins­be­son­dere sozia­len Her­aus­for­de­run­gen hat sich gelohnt. Die Tat­sa­che, daß es sich um ein Inte­gra­ti­ons-Pro­jekt han­delte, war omni­prä­sent und unmit­tel­bar erleb­bar; sie gip­felte in der Szene, als sich die agie­ren­den Schau­spie­ler nament­lich mit ihrer Her­kunft vor­stell­ten - und da nötigt es mir Respekt ab, wenn ein Grund­schü­ler aus Syrien eine Rolle in einem deut­schen Thea­ter­sück spielt, der erst seit drei Jah­ren in Deutsch­land lebt.

So rat­los mich man­che Erfah­rung mit der Welt der Grund­schule zurück­läßt, so gewinn­brin­gend war für mich das Ein­tau­chen in die Thea­ter­welt: es würde mich freuen, wei­tere Pro­jekte die­ser Art zu begleiten.

Ber­gisch Gladbach

Ges­tern habe ich mit den Sän­ge­rin­nen und Sän­gern des Josephs-​/​Notburgachores eine Messe in Bergisch-​Gladbach gestal­tet, genauer in der sehr sehens­wer­ten Kir­che von Gott­fried Böhm, die mit ihren Mau­ern und Kegel­dä­chern von außen an eine kleine Stadt erin­nert. Für mich eine kuriose Premiere: es gab wäh­rend der Messe Sze­nen­ap­plaus nach dem Glo­ria. Beson­de­rer Dank gilt dem warm­her­zi­gen Emp­fang und Juliane, die trotz einer mög­li­cher­weise gra­vie­ren­den Fuß­ver­let­zung mit­ge­sun­gen hat.

Felix, Stefan

Pfarr­fest­probe

Das Pfarr­fest mit sei­ner Open-​Air-​Messe naht. Daher wird es Zeit für eine Probe - heute mit Sabine Ley, Felix Schrö­der und Ste­fan Trel­len­kamp - sowie Tobias Köl­ling.

Orgel­rei­ni­gung

In die­sem Jahr ste­hen mir beide 4-​manualige Orgeln, die ich in Vier­sen bespiele, wegen der Erwei­te­rung bzw. Reno­vie­rung der betref­fen­den Kir­chen für eine Weile nicht zur Ver­fü­gung: neben der hier bereits doku­men­tier­ten Ein­hau­sung der Woehl­or­gel in St. Remi­gius wird im August der Klai­sor­gel in der Gra­bes­kir­che ähn­li­ches wider­fah­ren. Wäh­rend letzt­ge­nannte erst nach der Eröff­nung der Gra­bes­kir­che (2013 /​2014) gründ­lich gerei­nigt wurde, nähert sich die Orgel der Remi­gius­kir­che dem kri­ti­schen Zeit­punkt, bei dem eine erneute grund­sätz­li­che Aus­rei­ni­gung ohne­hin not­wen­dig wird.

Der­zeit dis­ku­tiere ich mit Pfar­rern, Orgel­bau­ern und den Kol­le­gen, wel­che Maß­nah­men hier mit wel­chen zeit­li­chen Ansatz not­wen­dig sind. Da die Remi­gius­kir­che ohne­hin mit Gerüs­ten voll­steht, wäre eine zeit­nahe Lösung im direk­ten Anschluss an die Reno­vie­rungs­ar­bei­ten sicher sinnvoll.

Betriebsausflug

Betriebs­aus­flug

Don’t try to create and ana­lyze at the same time. They’re dif­fe­rent pro­ces­ses (John Cage).

Also habe ich beim Betriebs­aus­flug auf „create“ umgeschaltet.

Kin­der­mu­si­cal

Diese Tage sind geprägt von Vor­be­rei­tun­gen für die Auf­füh­run­gen des Kin­der­mu­si­cals in der Kör­ner­schule. Ich zeichne nur für musi­ka­li­sche Fra­gen ver­ant­wort­lich (weder habe ich die­ses durch­aus pro­ble­ma­ti­sche Stück aus­ge­wählt, noch würde ich dies tun), aber es gibt viel zu klä­ren: dra­ma­tur­gi­sche Fra­gen, sze­ni­sche Ent­wick­lung und viel Logis­tik. Allein schon der Umstand, daß Pro­ben­ort und Auf­füh­rungs­bühne nicht iden­tisch sind, erfor­dert im Schul­be­trieb ja einen gewis­sen Aufwand.

Es ist bewe­gend zu sehen, wie - in einem schwie­ri­gen Umfeld - Kin­der an ihren Auf­ga­ben wach­sen und sie wirk­lich ein Stück weit über sich hin­aus­wach­sen. Die Sozi­al­päd­ago­gin Annette Lenz hat hier einen ganz erheb­li­chen Verdienst.

Unab­hän­gig von Erfolg oder Qua­li­tät der Auf­füh­run­gen hoffe ich, dass die­ser Ver­dienst ebenso gese­hen wird wie die Bedeu­tung, die diese Auf­füh­run­gen für die emo­tio­nale und geis­tige Ent­wick­lung der Kin­der haben werden.

Gegen­wart

‪Beim Vokabeln-​Abhören mit mei­ner Toch­ter komme ich bei „entgegen-​/​zuvorkommen“ immer abs­trak­ter über „Wider­fahr­nis“ zu „Gegen­wart“. Ich bin sicher, mei­ner Toch­ter wenig bis gar nicht gehol­fen zu haben, und ich schweige ehrfürchtig-​sinnierend über das Phä­no­men Sprache.‬